28.01.2007 14:30
Ventoa – Najera – Cirinuela
Der 2. Tag. Wir standen früh auf, packten unserer Sachen und schon ging es los. Ich war frohen Mutes, weil die Füße nicht mehr schmerzten. Die Sonne schien, das Wetter war hervorragend, und von dem Punkt aus ging es nur ein kurzes Stück bergauf und dann ein längeres bergab. So war zumindest meine Hoffnung. Ich hoffte auch, dass wir bis Santo Domingo de la Calzada kommen würden. Aber das war wohl ein Irrtum, wie sich später zeigen sollte.
Wir gingen also los. Hätte gerade fast "marschierten" geschrieben, aber das trifft in keiner Weise zu, ist aber wohl ne Floskel, die man sich im Laufe seiner Kindheit für sowas zugelegt hat.
Wir gingen also los. Die Sonne hatte sich gerade so über die Bergrücken erhoben und die Luft war angenehm kühl. Es schlängelte sich ein kleiner Feldweg den leichten Hang hinauf. Die Straße, die wir gestern abseits gelassen hatten, näherte sich wieder.
Wir kamen an ein Feld mit kleinen Steinpyramiden. Als Pilger sollte man Steine ablegen, die man von daheim mitgenommen hat. Mir mangelte es nur an Steinen, der Rucksack war eh schon recht schwer.
Es ging weiter bergauf. Ich war gut zu Fuss. Allerdings machten mir die Kamera, die ich vor mir trug, etwas zu schaffen. Die Wanderstöcke erwiesen sich als recht hilfreich. Es war doch schon recht steinig und ich habe üblicherweise ein gewisses Talent, bei solchen Gelegenheiten umzuknicken.
Man lief durch Weinreben auf schmalen Wegen immer weiter bergauf. Oben angekommen bot sich ein wunderschönes Panorama. Die Weite (aus Pilgersicht vielleicht nicht unbedingt positiv besetzt) und die Farben entschädigten für jede Anstrengung (wie es eigentlich noch sehr oft der Fall war).
Die nächste Station war Najera. Sollte eigentlich kein Problem sein, es geht ja erstmal nur bergab. Immer mal wieder überholte uns ein Pilger (natürlich nicht so rasant, wie man das auf der Straße gewohnt ist) und da ich wegen dem Fotografieren auch nicht der schnellste war (wie sonst eigentlich auch nicht), hatte ich ab und zu ein recht großen Abstand zu den anderen.
Die Straße, die wir gestern verlassen hatten, näherte sich jetzt so stark, dass der Fahrzeuglärm zunahm. Außerdem kündigten unsere Begleiter in Buchform eine schwierige und gefährliche Querung an. Es wäre vielleicht auch notwendig gewesen, den Pilgern ein passendes Schild hinzustellen. Aber immerhin gab es ein Schild für die Autofahrer. Irgendwie hatten wir nur nicht das Gefühl, dass es so sonderlich wahrgenommen wurde. Besonders die kleinen Flitzer fahren auch in Spanien durchaus flott in der Gegend rum. Manchmal gibt es dann ein freundliches Huben und einen Gruß, in diesem Falle war das dann vermutlich aber ganz anders gemeint. Spanier sind sehr nett, aber beim Autofahren ist es wie überall. 🙂
So langsam näherte sich Najera.
Najera
Najera ist eine wunderschöne Stadt, wir wurden gleich begrüßt von 2 Störchen, die man in dieser Gegend üblicherweise häufiger sieht. Allerdings ist es ein leicht riskantes Unterfangen auf den Bürgersteigen in die Stadt reinzulaufen. Bürgersteige sind sehr sehr schmal. Platz ist für maximal eine Person, meistens ist es schmaler.
Nachdem man sich auf diesen engen Bürgersteigen aneinander und an diversen Autos vorbeigeschoben hatte, kam man an einen Fluss, der sich wie eine grüne Oase auftat. Es war zu dieser Zeit nicht direkt vergleichbar mit einer Wüste, aber Spanien ist in dieser Gegend wohl eher trocken. Es machte zumindest auf mich einen solchen Eindruck.
Wir überquerten den Fluss und kamen nach ein paar verwinkelten Straßenzügen an der Kirche an. In den Städten ist die Ausschilderung mit den gelben Markierungen meist sehr gut, sonst würde man in so einem Fall wohl kaum den richtigen Weg durch die schönen verwinkelten Innenstädte finde.
Auf der Kirchturmspitze saßen auch wieder Störche, die vermutlich die gute Aussicht genossen. (Störche sind schon sehr schöne Tierchen:) ) Gleich daneben war ein großer Platz. In einem Cafe an diesem Platz entdeckten wir unseren Autopilger aus der letzten Herrberge, der uns aber offensichtlich nicht wiedererkannte. Vielleicht sah er auch nicht genau hin, sonst wäre ihm wohl unser Winken aufgefallen. Vielleicht war das aber auch nur wieder ein ganz spezieller Mensch, den wir da getroffen haben. Ich werde es wohl nie erfahren.
Wärend die anderen sich ausruhten, machte ich von der Gelegenheit Gebrauch, von etwas oberhalb ein paar Fotos zu schießen. Da meine bessere Hälfte ja bereits das zweite mal dieses Teilstück ablief, kam der Tip natürlich von ihr. Also bin ich etwas den Berg hochgelaufen und musste oben erstmal etwas verschnaufen.
Wenn ich gewusst hätte, das dieser Anstieg noch der kleinere war, hätte ich ein paar Minuten länger ausgeruht. Aber nein, unwissend wie ich bin, lief ich gleich zurück und wir machten uns wieder auf den Weg.
Es ist erstaunlich, wie gut sich so ein Berg verstecken kann. Wir wussten zwar aus den verschiedenen Quellen, dass es jetzt etwas bergauf geht, dass es aber so steil wird und sich so lange hinzieht. Ich war wirklich froh, als wir über den Berg waren. Ich war sehr erschöpft in diesem Moment und es kamen die ersten Zweifel auf, ob man das alles schaffen wird. Zum Glück war in der Ferne nicht gleich der nächste Berg zu sehen.
Im laufe der nächsten Kilometer wurde das mit der Erschöpfung nicht besser. Dazu kamen dann irgendwann so stechende Schmerzen in den Füßen, die auf die ersten Blasen hindeuteten. Das hätte eigentlich gar nicht passieren dürfen. Wir hatten uns gerade beim Thema Schuhen und Socken durchaus vorbereitet. Wir haben spezielle Wandersocken gekauft, Testberichte gelesen, sind Probe gelaufen. Nun waren sie da, die kleinen Blasen. Irgendwann gewöhnt man sich an den Schmerz.
Es ging nun eine Weile ganz gut, allerdings hatte ich wohl falsche Annahmen über die noch vor uns liegende Strecke im Kopf. Es zog sich. Auf dieser Etappe gibt es zwischen Najera und Cirinuela nicht besonders viel. Es gibt zumindest keine Stadt oder Dorf. Es gibt keinen Trinkbrunnen, keine Bank. Alles was es gibt sind Felder.
Die Schmerzen werden größer und die Erschöpfung auch. Meine bessere Hälfte ist viel fitter als ich. Außerdem findet sie wohl, dass wir zu viel Jammern und beschließt irgendwann im Eiltempo den nächsten Anstieg zu nehmen. Für mich setze allerdings einfach nur entsprechender Galgenhumor ein. Ein Freund sagt immer: "Humor wird aus Schmerz geboren". Das hätte ich da auf alle Fälle unterschrieben.
Der Anstieg – die Niederlage
Vor uns tauchte der nächste größere Anstieg auf. Das sollte für diesen Tag dann zwar auch der letzte sein, aber es war zurückschauend der größte der ganzen Etappe. Mitten auf dem Weg sahen wir in der Ferne Alex (meine bessere Hälfte), wie sie schnurstracks den Berg erklom. Das war nun nicht besonders motivierend. Außerdem war ich bereits sehr erschöpft und die Füsse schmerzten unerträglich. Wir entschieden uns für eine Rast.
Ich weiß nicht mehr, ob das gut oder schlecht war. Ich weiß nur, dass man nach jeder Rast üblicherweise wieder sehr schwer loskommt. Und es war wohl zusätzlich nicht geschickt, genau vor einem Berg zu rasten. Wir schleppten uns also langsam den Berg hoch. Fast auf dem Gipfel saß dann Alex, die freundlicherweise auf uns wartete. Es war schon spät und wir hatten nicht viel Zeit. Alex wollte durchaus noch bis Santo Domingo de la Calzada. Ich hatte das Gefühl, das ich das wohl nicht schaffen würde.
Sieht gar nicht so steil aus (man sieht vom Berg runter), oder?
Eigentlich schon den Berg hoch, aber spätestens ab da schleppte ich mich mehr schlecht als recht auf meinen Wanderstöcken durch die Gegend. Jeder Schritt schmerzte, ich hatte das Gefühl, dass ich Blasen an Stellen hatte, wo ich noch nie Blasen bekommen habe. Ich konzentrierte mich darauf, dass ich die Schmerzen, die bei jeden Schritt zu erwarten waren überstehe. Ein ungeschickt liegender Stein stach wie eine lange Nadel in die Ferse. Dummerweise war der ganze Weg steinig und wir waren dank meiner Füsse nicht besonders schnell. Wir erreichten den nächsten Ort, der leider keine Herberge hatte. Das wusste ich zwar seit Najera, aber zu diesem Zeitpunkt hätte ich mich auch einfach irgendwo hingelegt. Glücklicherweise wurde dann eine Asphaltstraße draus. Es lief sich viel besser, aber meine Füsse waren so angeschlagen, dass man wohl kaum von gut reden konnte.
Interessanterweise lasen wir ein Schild, auf dem Stand, dass in dem nächsten kleinen Ort eine Herberge aufgemacht hatte. Wir haben zwar nicht angenommen, dass die auch zu dieser Jahreszeit offen hat (im Sommer ist viel mehr los), aber die Hoffnung, die zumindest ich in diese Aussicht legte, bewog uns, diesen kleinen Umweg zu nehmen, denn der Ort lag eigentlich nicht auf der Route.
Wie sich herausstellte, war die Herberge tatsächlich offen. Wir wurden herzlichst empfangen. Die Herberge war eine Herberge auf Privatinitiative. Die nette Frau, die uns empfangen hat und (zumindest für mich ein glücklicher Umstand) deutsch sprach, hat uns so umsorgt, das sich in dieser kurzen Zeit sofort ein Gefühl von "zu Hause" einstellte.
Hier werde ich geheilt
Es gab ein hervorragendes Abendbrot mit frischen Feigen, die an einem Baum gleich in der Nähe geerntet wurden. Es gab eine Dusche, die sich wie alles andere auch, mitten in dem Wohnraum befand. Das war irgendwie spannend, wenn man sich mit allen anderen unterhalten konnte (und auch musste (man wurde immer irgendwas gefragt)), während man versuchte, nicht in der Dusche umzufallen.
Außerdem wurde ich gleich verarztet. Und dabei wurde dann offenbar, womit ich den halben Tag gekämpft hatte. Es waren sehr große Blasen an der Ferse. Ich gehe jetzt mal nicht auf Details ein, aber es war sehr sehr schmerzhaft und ich hatte die Blasen noch bis zum Ende der Reise. Die letzen Spuren waren noch nach Monaten zu sehen. Ich bekam eine Fußmassage, ich bekam einen Verband (an jedem Fuß) und ich bekam gebrauchte Sandalen, weil ich so wie es aussah in meinen Wanderstiefeln nicht mehr laufen konnte. Ab hier waren die Blasen und die Schmerzen und die verschiedensten Behandlungen selbiger ein Teil der Pilgerwanderung und wichen mit nicht mehr von der Seite.
Für diesen Abend aber bin ich sehr dankbar. Ich glaube nicht, dass ich es noch bis in den nächsten Ort geschafft hätte. Außerdem war das so einen nette Herberge, dass ich (wenn sich die Gelegenheit ergibt) sicherlich noch einmal vorbei schauen werde, nur um Hallo und Danke zu sagen.
Der Abend endete dann auch in einem wohl verdienten Bett. Ich muss geschlafen haben wie ein Stein.
Was habe ich auf dieser Etappe gelernt? Ich habe gelernt, dass der Wille schon groß sein kann und dass man Schmerzen überwinden kann. Dass man manchmal vielleicht aufgeben sollte. Und das man sich nicht immer auf alles vorbereiten kann. Lebe den Tag bedeutet zwar auch ein Stück weit die Augen vor den Dingen zu verschließen, die da ganz sicher auf einen zukommen. Aber ich habe es schließlich überlebt. Dann kann das so falsch ja garnicht sein.
Vor allem sollte man manchmal auch auf die eigenen Erfahrungen vertrauen, auch wenn man z.B. noch nie gepilgert ist, weiß man irgendwie, welche Socken geeignet sein könnten ohne das man auf irgendwelche Ratgeber vertraut.
25.01.2007 11:02
Man sagt ja immer, das der allgemeine Deutsche nicht ohne entsprechend ausführlich gestaltete Richtlinie aufs Klo gehen kann. Wenn man sich die Grussrichtlinie ansieht, die ich bei fun.drno.de gefunden habe, dann wird man darin zu 100% bestätigt. Auch wenn das vielleicht (was nicht wahrscheinlich ist) nur ein Hoax is, so wäre es in diesem Falle durchaus gut gemacht.
Das sollte mal jemand abtippen, damit man das irgendwann auch in Google finden kann.
Auszug:
Erwidert ein Grußberechtigter den Gruß eines Grußpflichtigen nicht, so entbindet dies den Grußpflichtigen nicht davon, bei abermaligem Begegnen den Grußberechtigten erneut zu grüßen.
Hurra, Deutschland.
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Wahnsinn,
22.01.2007 10:59
In einer sehr schönen Zusammenfassung unter dem Titel "Was war. Was wird." bei heise.de findet sich dann auch die entsprechende Warnung:
Das Studium der Überlegungen, wie Recht und Gesetz umgedreht werden, sollten jeden warnen, der Maßnahmen wie die Online-Durchsuchung, die Einrichtung einer Anti-Terror-Datei und anderer Superdatenbanken akzeptiert, weil sie im Rahmen einer Rechtsordnung liegen.
Man hört ja immer wieder die Formulierung: "Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten."
Ich glaube, wer nichts zu verbergen hat, der lebt nicht. Denn wer nichts zu verbergen hat, darf auch keine Fehler machen. Fehler sind aber menschlich. Wer keine Fehler macht lebt nicht, ist zumindest kein Mensch.
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Terror,
Zitate,
20.01.2007 20:44
Im letzten Teil habe ich beschrieben, wie sich einfachere Prozesse organisieren. Was ist aber mit komplexeren Prozessen?
Mikro-Mikrokosmos
Da greifen wir mal auf ein Beispiel zurück, was jedem bekannt sein dürfte. Wir organisieren eine Party.
Auch hier wieder: Problembeschreibung: Ich möchte eine Party organisieren (sehr einfache Problembeschreibung für ein komplexes Problem (wie komplex weis jeder, der schon mal eine organisiert hat)). Man kann eine Party selbst organisieren. Wenn man Glück hat, hat man Freunde, die einem helfen.
Eine Party organisieren kann jedem leicht über den Kopf wachsen. Man versucht in so einem Fall das große Problem in viele kleinere (wichtig: kleinere und nicht kleine, es ist da noch nicht zu Ende) Probleme zu zerlegen (Getränke besorgen, Salat machen, Schlafplätze organisieren).
Auch da fällt wieder auf, das auch die kleineren Probleme durchaus einfach gehalten sind. Wenn man dann noch auf Hilfe in Form von Freunden/Bekannten zurückgreifen kann, wird man versuchen, die verschiedenen Aufgaben an entsprechende Personen zu deligieren. Dabei können das durchaus auch mehrere sein. Wichtig ist in diesem Fall auch wieder das Ergebniss, also das Einhalten der Schnittstelle. Jetzt stellt man fest, das z.B. keine Getränke besorgt werden können, weil z.B. der Supermarkt nicht das entsprechende Bier hat. Da kann kurzerhand umorganisiert werden und z.B. es wird anderes Bier gekauft oder zur Not Wein aus dem Keller geholt.
Lessons learned
Komplexe Prozesse kann man in kleinere Probleme zerlegen und diese Prozesse dann deligieren. Dabei ist wieder nur die Lösung im Sinne der Schnittstelle interessant. Im Falle einer Eskalation ist es einfach, Prozesse abzuändern oder neue Prozesse aufzusetzen. Wichtig bei alle dem ist die Definition der Schnittstelle und deren Einhaltung sowie die Verlagerung der Verantwortung und der Entscheidungshoheit.
Was bedeutet das alles?
In komplexen Prozessen ist es notwendig, Probleme in Teilprobleme zu zerlegen und diese dann entsprechend abzuarbeiten. Diese Methode sorgt für überschaubare Prozesse. Für den Fall, das die Umsetzungsgeschwindigkeit relevant ist, kann man auf das Delegieren zurückgreifen. Außerdem führt diese Methode zu selbstoptimierenden Prozessen.
Wenn Sie also eine Party organisieren, machen Sie es einfach wie immer, wenn Sie z.B. aber Software entwickeln, dann machen Sie eine Party draus, vertrauen Sie ihren Freunden. Das Leben wird so viel einfacher und entspannter, ihre Freunde werden um so mehr Spass haben, um so größer ihre Freiheit ist. Sein Sie kein Kontrollfreak und entspannen Sie sich. Alles wird gut. Vielleicht nicht gleich bei der ersten Party, aber bei der zweiten bestimmt. Und wenn es dann ihre 10. Party ist, dann machen Sie es vielleicht bereits so gut, das andere nachfragen, ob Sie die nicht auch eine Fremdparty organisieren wollen.
Sagen wir es in Anlehnung an Linus Torwald: Not just for Fun, but with fun.
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Organisation,
Projekte,
20.01.2007 20:26
Das Leben ist kompliziert. Niemand würde dafür ein Modell entwickeln und Prozesse beschreiben. Und obwohl es keine übergreifende Prozessdefinition gibt, scheint es zu funktionieren. Warum?
Mikrokosmos
Betrachten wir das Leben im kleinen. Die Probleme werden überschaubarer, Prozesse werden sichtbar.
Ein Beispiel: Ich habe Hunger und brauche etwas zu Essen. Ich kann mir was zu essen kaufen. Ich benötige dafür Geld. Außerdem muss ich wissen, was ich kaufen möchte und anhand dessen eine Auswahl darüber treffen, wo ich einkaufen gehe.
Dieser Vorgang ist jedem klar und geläufig. Trotzdem beinhaltet dieses Beispiel doch viele interessante Aspekte, die für das Thema von entscheidender Bedeutung sind.
Aspekt: Prozessbeschreibung
Die Prozessbeschreibung für das Lösen des Problems "Ich habe Hunger" lässt erkennen, das es mehr als eine Lösungsmöglichkeit für das Problem(Einkaufen, Restaurant, Früchte sammeln) gibt. Dabei hängen an jeder Lösungsmöglichkeit entsprechende Rahmenbedingungen(Supermarkt sollte geöffnet sein) und Aufwände(ich benötige Geld oder Gummistiefel(Früchte sammeln)).
Aspekt: Schnittstellenbeschreibung
Das wird man normalerweise für so ein Problem im Leben selten so definieren, allerdings ist die Problemdefinition ausreichend für eine Schnittstellenbeschreibung. Die Schnittstelle im genannten Beispiel ist wie folgt definiert: Wenn ich Hunger habe, benötige ich etwas zum essen. Das mag einem jetzt vielleicht etwas grob erscheinen, gerade weil einem vielleicht schon die eine oder andere Einschränkung einfällt. Allerdings sollte man sich nicht dahingend täuschen lassen, das eine detailiertere Beschreibung zu einfacheren Prozessen führt.
Aspekt: Delegierbarkeit
Mit der Problembeschreibung und einer Lösungsalternative kann man diese Aufgabe natürlich an jemanden delegieren. Das kann man ohne jede weitere Dokumentation. Wenn man die Lösungsalternative weglässt, reduziert sich die eigene Verantwortung auf die Definition der Schnittstelle und die Verantwortung für die Umsetzung wird mit deligiert.
Aspekt: Skalierbarkeit und Prozessoptimierung
In diesem Beispiel kann man die Lösung hervorrand skalieren. Mann muss einfach nur genügend Menschen (ich gehe jetzt hier mal davon aus, das Menschen dafür zur Verfügung stehen, möchte es aber in keiner Weise darauf eingrenzen) damit beauftragen.
Wenn man den Auftrag ausreichend oft erteilt, wird der jenige, der den Auftrag dann häufig ausführt, irgendwann automatisch seine eigenen Prozesse optimieren. Das liegt zum einen in seinem eigenen Interesse und zum anderen (und das darf man nicht vergessen) auch in seiner eigenen Verantwortung.
Aspekt: Entwicklung
Im laufe der Zeit wird man feststellen, das man vielleicht mehr Kontrolle darüber haben möchte, welches Ergebniss man erhält (z.B. das man gerade lieber herzhafte Nahrung haben möchte). Das wird dazu führen, dass man die Schnittstellendefinition einengt. Das macht man automatisch soweit wie nötig. Sie können den Unterschied leicht feststellen, wenn Sie im Restaurant jemandem zusehen, der das Essen auf der Karte in Details abändern möchte ("Bitte keinen Reis, ich hätte gern Pommes. Und könnten Sie die Tomaten weglassen?").
Lessons learned
Mit einer einfachen Problembeschreibung ist es möglich, Prozesse anzustoßen, die das Problem lösen und sich dabei selbst optimieren. Des weiteren wird die Problembeschreibung immer wieder angepasst und entspricht so nach jedem Entwicklungszyklus automatisch dem letzten Erkenntnisstand. Trotzdem bleibt die Beschreibung so schlank wie möglich.
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Organisation,
Projekte,
19.01.2007 23:11
Es ist selten, das ich mal auf Sendern hängen bleibe, die sich damit beschäftigen, sich die Leichgläubigkeit der Menschen in barer Münze auszahlen lassen.
Keine Ahnung, wie das gerade heißt, aber neben Olga, Natascha, Sabrina gibt es noch eine PC-Astro-Beratung, bei der alles irgendwie gut ausschaut. Standardantwort der Anrufer: "Aha, aha.".
Interessant an der Show: die doch sehr präzisen Angaben. "Ihr neuer Job dann im Mai und dann aber mit wenig Stunden anfangend", "Also ihr Mann, wird alles gut. Entschuldigung, das ich so direkt bin. Bitte nicht übel nehmen, aber das war ein rein sexuelles Problem."
Klick klick klick, die Geburtszeit, Geburtstag und Wohnort und schwupps ein so genauen Zukunftplan, wie sie es selbst nicht hätten besser planen können.
"Monika, ich brauche aber eine genaue Uhrzeit. Währen Sie mit 15:00 einverstanden? Sie bekommen Krebs und sind morgen tot. Ups bin verrutscht, ne ne, Sie werden im Sommer jemand kennenlernen."
Schön auch: "Wählen Sie sich schon immer WÄHREND der Beratung ein."
Oder: "Telefonnumer abschreiben und zur Seite legen, weil man nie weiß, wann man das brauchen kann,… nach dem aufstehen, am Abend…"
Toll auch die anderen Berater: Ich bin Olga/Sabrina/Lorelei …. , ich habe Engelskontakte/Jenseitskontage bin Hellseher/Medium und lege Mickeymousekarten oder sonstigen Unfug, sehe natürlich aus wie die Hexe von Hänsel und Gretel. Aber egel, hauptsache Sie rufen an. Ich ziehe mich nicht aus.
"Guten Abend, wie kann ich Sie abzo… ähm beraten."
Wie sagt die eine gerade: "Dann gehen Sie raus." Äääh….
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Nahsehen,
Wahnsinn,
19.01.2007 07:54
Endlich da. Gegen 1:30 wurden wir freundlicherweise in der Frankfurter Allee abgeladen. Von da aus noch schnell ins Hotel. Kein Problem mit dem Zimmer 2:20 im Bett.
Bis dahin allerdings langsame Fahrt auf der Autobahn bis Ludwiglust, stürmische Fahrt bis Wittenberge, der Sturm verzieht sich. In Stendal brennt kein Licht, Stromausfall. Gebe der Mitfahrerin, die da aussteigen muss mein Feuerzeug mit Taschenlampe, damit sie überhaupt Licht hat.
Von Stendal nach Berlin eine landschaftlich schöne Strecke. Dummerweise ist es dunkel und das einzige was erhellt sind Blitze von oben und (wenn man zu schnell wäre) Blitze aus Blitzern, die häufiger als Kreuze an der Strasse stehen. Nach Berlin rein immer gerade aus. Sieht alles normal aus.
Alles im allen eine interessante Fahrt. Ich muss heut wirklich sagen: Danke Bahn, in meinem Fall hat das recht gut geklappt. Gute Nacht, ich müsste eigentlich erstmal schlafen.
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Das Leben,
18.01.2007 19:30
Nun. Die Bahn hat es hinbekommen. Ich sitze in einem Taxi. Es geht in Richtung Berlin. Schaun wir mal, wie das wird. Es wird sicherlich etwas holperig.
Das Unwetter liegt wohk vor uns. Es wirbelt gerade in Mecklenburg Vorpommern. Aber bis jetzt sieht es ruhig aus.
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Das Leben,
18.01.2007 18:30
In Hamburg angekommen. Freundlicher Empfang: "Wenn Ihre Verbindung nicht durchgesagt wurde, dann melden Sie sich am Servicepoint.". Die Anzeige verkündet ein "Zug fällt aus". Die Menschenmasse vorm Servicepoint besteht aus Mutigen und Verzweifelten.
Schön: Spontane Angebote zur Mitfahrt auf Zuruf.
Nachdem ich meine Fahrkarte umgebucht bekommen habe, ergibt sich plötzliich die Möglichkeit einer Taxifahrt nach Berlin. Wenn das klappen sollte, dann könnte ich vermutlich sogar noch einen Moment im Hotelzimmer schlafen,
Ein russisches Ehepaar hat wohl heute Hochzeitstag und steht mit mir in der Berlin-Gruppe. Noch sind alle frohen Mutes.
Aber erstmal ist warten angesagt.
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Das Leben,
18.01.2007 17:08
Hamburg steht noch. Das ist doch schon mal was. Aber erstmal eine kleine Einleitung.
Ich fahre nach Berlin. Der Zug nach Hamburg hat schon Verspätung gehabt. Zu allem Überdruß sagt der Bordvomputer noch fortwährend "Störung, Störung, Störung".
Die Lautsprecherdurchsage nuschelt ein "ab Hamburg ist mit erheblichen Verspätunge in Richtung mmmmüden und mmmesten zu rechnen". Süden und Westen waren die zwei Worte, die wir gesucht haben.
Ein Arbeitskollege ruft mich an, der zeitgleich zur Bahnhofsdurchsage erzählt, das n24 berichtet, das die Bahn den Fernverkehr deutschlandweit einstellen wird. Der Berliner Verkehrsverbund hat wohl ähnliches vor, so das es wohl spannender wird, ob ich überhaupt bis Berlin und wenn doch, von da aus zum Hotel komme.
Das Wasser umspült meine Knöchel und Menschen laufen panisch… oh, verrutscht.
Ich komme gleich in Hamburg an. Bis jetzt hält der Deich. Aber trotzdem besser im Haus bleiben und von innen das Dach festhalten.
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Das Leben,