Die NPD bloggt

Es ist schon interessant, dass auch die NPD das Medium Blog für sich entdeckt hat. Dabei sieht alles im ersten Moment recht harmlos aus, wie man schön an einem Kommentar zu meinem Beitrag Verbote retten Leben und töten den Verstand sehen kann. Dort schreibt Thomas Kurbjuhn hinterfragend:

Für die volle Meinungsfreiheit setzt sich heute keine Partei ein, vielleicht nicht mal die NPD, weil das ja eher eine national-autoritäre denn eine liberal-nationale Partei ist. Nur leben die NPD-Jungs die Demokratie am ehesten in Deutschland, weil sie ungeachtet karrieretechnischer Folgen die vorhandene Meinungsfreiheit in vom Establishment unerwünschter Weise bis an den Rand des möglichen ausreitzen.

Man ist fast geneigt, dem Schreiber eine von der NPD unabhängige Sichtweise einzuräumen. Nunja, nur wenn man naiv genug ist. Ein mit schlagworten durchsetzter nichtssagender Text preist die NPD als letzte Bastion der Demokratie. 

Ich hätte den Kommentar natürliche einfach löschen können. Aber das wäre falsch. Denn das spielt so einer Argumentation natürlich in die Hände. Schauen wir uns doch einmal schnell an, wie denn das Meinungsbild des Schreibers sich sonst so darstellt. In dem Beitrag Bettina Tiedjen distanziert sich von Eva Herman schreibt Herr Kurbjuhn:

Die NPD dagegen macht es richtig und distanziert sich von gar nichts, nicht einmal von der ihr unterstellten Verfassungsfeindlichkeit. Genau deshalb ist sie die Partei der Wahl für mich, denn sie durchbricht mit maximaler Kraft die Selbstzerstörung Deutschlands, die sich in immer hysterischer werdenden Selbstbeschimpfungen und Meinungseinschränkungen ausdrückt.

Nun wissen wir, woran wir sind.

Wer gerne noch etwas mehr lesen möchte, dem seien folgende Referenzen empfohlen:

Was hilft? Nachdenken! 

 

 

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12 Reaktionen zu “Die NPD bloggt”

  1. Thomas Kurbjuhn

    Der Ordnung halber möchte ich darauf hinweisen: ich bin nicht Mitglied der NPD, spreche nicht für die NPD, sondern begründe nur, warum ich Wähler der NPD bin.

  2. michael

    @Thomas Kurbjuhn
    Ich kann das Gegenteil nicht beweisen. Aber alles was Du von Dir gibst würde man mit dem Begriff “Propaganda” viel besser als mit jedem anderen Begriff beschreiben.

    Für den unwahrscheinlichen Fall, dass die NPD dich überzeugt hat und Du wirklich glaubst, dass das eine Alternative ist, dann denkst Du eindeutig zu wenig nach. Hinterfrage, mach Dir ein eigenes Bild, versuche Meinungen durch Daten zu untermauern oder zu wiederlegen (das rate ich auch jedem anderen, selbst denken ist Pflicht).

    Rechts zu sein ist ja keine unheilbare Krankheit, sondern eine Mischung als Fehlinformation und Schuldzuweisungen. Es ist also noch nicht zu spät, sich am wirklichen Leben zu beteiligen und den Verstand einzuschalten.

  3. Thomas Kurbjuhn

    Mich informiert habe ich gründlich in meiner Zeit als Arbeiter und Betriebsrat im Zeitungszustellwesen. Wessen Löhne in kurzer Zeit um ca.70% sinken, wer erlebt, wie in Deutschland mit Berufskrankheiten und Gefahren am Arbeitsplatz umgegangen wird, weiß, daß der internationale Kapitalismus zuerst mal zur Verelendung der unteren Schichten führt, bevor der Rest des Volkes, also auch die Mittelschicht, auf die Abwährtsbahn gerät.Ich vermute eher, daß Dir diese Erfahrungen noch bevorstehen.

  4. michael

    Nach dieser Argumentation müsstest Du dich doch eher bei Attac oder den Linken aufgehoben fühlen?

    Außerdem ist mir das ganze mit “wer erlebt, wie in Deutschland mit Berufskrankheiten und Gefahren am Arbeitsplatz umgegangen wird” zu schwammig. Das kaufe ich dir so nicht ab.

    Aber, schreib doch mal in deinem Blog etwas konkretes darüber. Wenn Du die Erfahrungen gemacht hast, sollte das ein leichtes sein.

    BTW:
    “internationale Kapitalismus” steht auf der Floskelverbotsliste eh schon ganz oben. Der Mensch ist ein Egoist und gibt daher immer anderen die Schuld.

    Change it, love it or leave it. Wenn Du meinst, es geht anderen woanders besser, wieso wanderst Du nicht aus? Nur weil es uns mal besser ging, ist das keine Garantie, dass es auf alle Ewigkeit so bleiben wird. Warum auch? Willst Du das Leistung belohnt wird? Vielleicht bist Du einfach zu schlecht und es gibt jemanden der es besser, schneller, billiger macht?

  5. Thomas Kurbjuhn

    http://tkurbjuhn.blogspot.com/2007/06/die-initiative.html
    Rest folgt später, muß ein wenig was leisten.

  6. michael

    @Thomas Kurbjuhn
    Ich kann nicht nachvollziehen, wie Du aus einem lokalen Problem (evtl. fahrlässig handelnde Gutachter, erschreckende Arbeitsbedingungen) ein globales ableitest. Wenn ich beim Bäcker unfreundlich bedient werde, verlange ich ja auch nicht, alle Bäcker müssten bestraft werden.

    Der Mensch ist schlecht und Bestechung, Vorteilsnahme, Machtgier usw. gibt es überall. Aber die Konsequenzen, die Du daraus ziehst kann ich nicht nachvollziehen (ohne dein persönliches Schicksal damit in irgendeiner Weise werten zu wollen).

    Manchmal verliert man, manchmal gewinnt man. Sich aber darauf zu verlassen, dass die NPD dein Problem lösen wird ist recht naiv. Der gesunde Menschenverstand hätte dich vor deinen Problemen bewahrt und er sollte Dich auch davor bewahren, deine Hoffnung auf eine Gruppierung zu setzen, die sich bisher nicht für andere eingesetzt hat. Es ist nicht zu erwarten, dass sich das ändert.

  7. Thomas Kurbjuhn

    Die verlogene Gestaltung der Arbeitssicherheit als lokales Problem zu bezeichnen, ist gewagt. Denn wenn nebenverdienende Abgeordnete ein Recht geschaffen haben, das den Bock-die Industrie-zum Gärtner macht-die BGs haben nämlich das Recht, die Gutachter zu benennen, die daran durch Folgegutachten Millionen machen, wenn sie im Sinne der BGs gutachten- halte ich das für ein strukturelles, nicht für ein lokales Problem. Es geht also, um in Deinem Beispiel zu bleiben, nicht um den unfreundlichen Bäcker, sondern um Strukturen, die wir im Moment beim Gammelfleisch erleben.Die Konsequenzen, die ich daraus ziehe, sind halt auch prinzipieller Art, ich will, das die von Dir nonchalant aufgezählten menschlichen Asozialitäten in der Gesellschaft minimiert werden.
    Anderswo ist es keinesfalls besser, denn der Extremkapitalismus regiert die Welt. Deshalb will ich bei mir im Land mit Veränderungen anfangen.
    Sicherlich bin ich im Vergleich mit elitären anderen schlecht, und sicher gibt es jemanden, der es schneller, besser und billiger macht. Leistung muß sich bei mir in gewissen Grenzen lohnen, die Grenzen sind dann erreicht, wenn größere Mengen von Menschen nicht mehr mithalten können mit einem entfesselten Wettbewerb, der nur einigen wenigen Großkapitalisten langfristig nutzt. Wo Du mit Deiner Leistungsfähigkeit stehst, weiß ich natürlich nicht. Ich habe schon einige ähnlich wie Dich daherreden hören, die heute noch weiter unten sind als ich.

  8. Alexandra

    Hallo,
    auf den obigen Kommentar von Thomas Kurbjuhn kann ich nur schreiben das bei der BU es auch Versicherungen gibt und auch Versicherungsverträge bei denen man als Versicherungsnehmer den Arzt selbst bestimmen kann und die Versicherung auch keine weiteren Gutachten (von Ihren Ärzten) verlangen darf. Außer Du meinst die Berufsgenossenschaften, in dem Falle ist es meines erachtens anders. Allerdings ist es dort so das es unzählige Vorschriften gibt und wenn man diese nicht beachtet die BG nicht zahlt. Was auch verständlich ist den dann werden die Arbeitsschutzbestimmungen im Betrieb nicht eingehalten. Und dafür alle haften zu lassen ist sicherlich falsch. Und wenn die Arbeitsschutzbestimmungen in einem Betrieb nicht eingehalten werden liegt dies am Betrieb und an dessen Etihk, aber sicherlich nicht am Staat und am System des Staates. Und wenn wir uns die Länder anschauen in dem dem Staat die meisten Betriebe gehören, siehts da auch nicht besser aus.
    Und nun zum Gammelfleisch: Wie sollte man den Deiner Meinung nach die Strukturen ändern damit dies nicht mehr passiert ?
    Beim Gammelfleisch sitzen raffgierige Unternehmerpersonen, aber Einzelpersonen!, die ohne Etihk und schlechtem Gewissen Handel mit Gammelfleisch betreiben. Das ist verwerflich – werf ich aber den einzelnen Personen vor und nicht dem System. Man kann natürlich jetzt Kontrollen des Staates fordern, aber wer zahlt dies. Der Bürger fordert ja nach wie vor ein Stellenabbau des öffentlichen Dienstes und ist nicht bereit dafür seine Steuern herzugeben. Und aufgrund dieses Skandales die Fleischverarbeitung in Staates Hände zu geben finde ich falsch! Vielmehr würde ich ein Umdenken fordern. Es sollte jeder einzelne nicht mehr wegschauen vom LKW Fahrer bis zum Gammelfleischlieferant-Mitarbeiter – es gibt viele Mitwisser, die nichts sehen wollen.
    In diesem Sinne umdenken und nicht wegschauen und bitte keine falsche Toleranz

  9. Thomas Kurbjuhn

    Ich verstehe das so: die Ethik im Betrieb überlassen wir eben diesem Betrieb, Zusammenhänge zwischen dieser Ethik und dem Konkurrenzdruck im Kapitalismus thematisieren wir nicht, Verantwortung scheint bei Deiner Sicht nur für die ” Kleinen” gegeben zu sein, wie auch beim Gammelfleisch: der Billigjobber soll bitte genau hinschauen, derweil sich der Vorstand mit dem Gewinn seinen Vergnügungen hingiebt. Dem Staat die Produktion zu überlassen, ist nicht meine Lösung, schließlich bin ich nationaler Kapitalist, nicht nationaler Sozialist. Ob effektive staatliche Kontrollen allerdings langfristig teurer sind als das jetzige laisser-faire-System, bezweifele ich. Denn Du und die anderen Extremkapitalisten vernachlässigen einen ganz wichtigen Faktor, der in den betriebwirtschaftlichen Kalkulationen nicht auftaucht, aber vielleicht der Entscheidende ist. Dieser Faktor ist das menschliche Vertrauen zum Staat und zur Gesellschaft. Wenn Leute wie ich, die immer fleißige Arbeiter waren, sich vom System abwenden, wird auch Dein Kapitalismus nicht mehr lange existieren, sondern mit dem Staat untergehen. Das ist so wie beim parasitären Virus, der den Wirtskörper tötet und mit ihm stirbt. Ich kann mich nur wiederholen: derartige Argumente habe ich schon oft gehört von Verzweifelten, die kurz vor der Pleite standen und durch Beschwörung des großartigen Kapitalismus sich sozusagen virtuell vom Erfolg der Großen etwas abschneiden wollten. Das hat aber den Konkurs auch nicht aufgehalten, im Kapitalismus können wirklich nur ganz wenige Superreiche gesichert überleben und aus den Finanzkrisen gestärkt hervorgehen. Superreichtum beginnt für mich bei ca. 10 Millionen Euro, die diversifiziert angelegt werden auf verschiedenen Kontinenten. Du wirst mir vielleicht darin zustimmen, daß nur wenige über solches Vermögen verfügen und Du auch mit Deinem Shop noch ein wenig reinhauen mußt, um dahin zu kommen.
    Gruß Thomas Kurbjuhn

  10. michael

    Ich dachte nicht, dass es eine Steigerung von schwarz-weiß gibt, aber deine Argumentation zeigt, dass es sehr wohl möglich ist. Wenn man jemanden etwas unterstellt, muss man es auch beweisen können. Sonst ist es einzig und allein üble Nachrede und Verunglimpfung.

    Es ist nun so langsam nicht verwunderlich, dass Du die NPD wählst, weil Du die Welt nur in ihren extremen siehst (siehe Superreich, Extremkapitalist). Allerdings ist deine Argumentation eher Links, denn alles was Du sagst entspricht der Argumentationskette von Linksradikalen. Und nein, ich glaube nicht, dass man weit genug links wieder auf verdammt weit rechts stößt.

    Dein Beitrag ist keiner zu einer Diskussion. Das Wort Troll passt da wohl schon viel eher, weil Du Dich sachlichen Argumenten verschließt und unreflektiert immer wieder in die selbe Kerbe mit zunehmend gesteigerter und ja, hasserfüllter Wortwahl immer wieder die selben Phrasen von Dir gibts.

    Da ich meine Zeit besser verbringen kann, als mit so undifferenzierten Geistern wie Dir einen Dialog zu versuchen, werde ich alle folgenden Beiträge, sofern es wieder ähnlicher inhaltsfreier Text ist als Spam behandeln.

    Keinen Dank und es war auch keine schöne Zeit. Der Hass bringt Dich irgendwann um, entweder innerlich oder äußerlich. Dein Leben liegt in deiner Hand, aber Du hast Dich dafür entschlossen, es wegzuwerfen. Auf nicht wiedersehen!

  11. Banger

    Interessant. Exakt den gleichen Passus mit den “NPD-Jungs” hat er samt Rechtschreibfehler auch bei mir abgelassen. Ein überzeugter NPD-Wähler und Copy&Paste-Nutzer also. :o )

  12. StoiBär

    Ja, der Kommentar mit den Rechtschreibfehlern findet sich in vielen Blogs wieder. Von daher wird er auch zurecht als Spam erkannt.

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