1 – Logrono – Ventosa

Google Map – Logrono – Ventosa 

Wir starteten also früh morgens in Logrono. Es war eine irgendwie kurze Nacht. Die Herberge war neu und recht hübsch angelegt. Allerdings war der Schlafsal mit 24 Betten ausgestattet, wovon wir dann dei letzten Betten bekamen. Kurz: es war voll. Dummerweise schnarchte ein Pilger in meiner Nähe wohl noch viel mehr als ich, so dass sich (es waren Doppelstockbetten) der Pilger über ihm mehrfach daran machte, ihn zu wecken. Die Bettkonstruktion war dafür nicht ausgelegt und so wackelte das Bett der beiden, somit auch die Trennwand und damit auch mein Bett. Zurück zum starten. Das erste Stück des Pilgerweges musste ich mich sehr bemühen, die entsprechenden Hinweise zu sehen, die für die Pilger angebracht wurden (gelbe Pfeile, Jakobsmuscheln als Schild, auf nem Schild o.ä.). Nachdem wir das Stadtgebiet verlassen hatten, wurde es merklich einfacher. Abgesehen davon war Logrono nicht die schönste Stadt, wurde allerdings von der Industrierandzone noch übertroffen (sowas sieht mann bei uns üblicherweise auch).

Logrono Pilgerbrunnen

An der Stadtgrenze begann ein gut ausgebauter Weg, auf dem einem früh morgens um 8 einem eine ganze Reihe spanischer Nichtpilger bereits guten morgen wünschten.

Logrono Landschaft

Nach kurzer Strecke stand auf einmal ein älterer Mann am Wegesrand, der einen kleinen Tisch aufgebaut hatte, auf dem er Äpfel und Kekse für die Pilger bereitgestellt hat. Nach einer sehr herzlichen Begrüßung und Verabschiedung war ich von soviel Uneigennutz recht stark überrascht. Wie ich später feststellen musste, trifft man auf dem Pilgerweg sehr sehr nette Menschen und ab und zu leider auch Menschen, denen man sonst vielleicht aus dem Weg gegangen wäre. Nunja.. so ist das ja im normalen Leben ja eigentlich auch. Veilleicht nur nicht in dieser extremen Ausprägung.

Wir wurden langsam von vielen Pilgern überholt, die etwas später gestartet waren als wir, die aber im Laufe der Zeit schon einiges an Kondition aufgebaut hatten, dass wir Anfängerpilger (also im speziellen ich) da keine Chance hatten. Darunter waren auch 2 Pilger die in Aachen und in Wiesbaden gestartet sind. Respekt vor dieser Leistung.

So langsam wurde die Landschaft spannender. Die Wege wurden steiler und anstrengender. Das bekam man aber nur wenig mit, weil die Landschaft wunderschön war und der Sonnenschein diesen Eindruck auch noch vertiefte.

Logrono Feld in der Sonne

Bald war der erste Berg geschafft. Leider geht der Weg immer wieder dicht an Schnellstraßen vorbei. In seltenen Fällen muss man solche Straßen auch queren, was nicht ungefährlich ist, gerade wenn man als Pilger mit einem Rucksack nicht unbedingt wie eine junge Gazelle durchs Gras hüppft.

Als wir oben waren, konnten wir bereits unser nächstes Zwischenziel sehen: Navarette.

Navarette Sicht ins Tal

Rechts und links begegneten einem Weinstöcke mit reifen saftigen Weintrauben. Teilweise lagen die Weintrauben auch schon auf dem Boden. Wir waren uns unschlüssig. Es schien so, als ob die Trauben keine Verwendung mehr finden würden. Allerdings waren wir nicht sicher, in wie weit die Pflanzen mit irgendwelchen Mitteln behandelt wurden. Wir verzichteten als auf eine Kostprobe, was sich später als Irrtum herausstellte. Die Weintrauben waren nicht gespritzt und wurden auch nicht mehr geerntet. Als wir das erfuhren, war es allerdings schon zu spät. Das Gebiet mit den Weintrauben lag da schon hinter uns. Und ehrlich. Zu Fuss dreht man nicht mal kurzerhand um.

Navarette

In Navarette gönnten wir uns erstmal eine kurze Pause in den Ruinen einer alten Kirche.Die Bäumen spendeten angenehm Schatten. Da taten mir das erste mal die Füße weh. Das war aber auch zu erwarten. Nach kurzer Pause ging es dann weiter durch den Ort. Kurz vor der Herberge in diesem Ort machten wir ein 2. Mal Rast und aßen zu Mittag.

Navarette Herberge 

Das Mittagessen war recht typisch und in so einer Situation natürlich unglaublich schmackhaft. Es war zwar nicht so, dass man ausgehungert war, aber die untypische Anstrengung machte Hunger. Und bekanntlich schmeckt es dann besonders gut.

Nach kurzer Verschnaufpause und dem erneuten Aufrüsten (Rucksack, Kamera, Wanderstöcke) ging es dann weiter. So langsam beschlich mich das Gefühl, dass ich vielleicht zu viel mitgenommen habe. Aber an diesem Punkt gabe es kein zurück mehr. Also weiter laufen.

Der Ort ist sehr klein.. aber auch sehr nett. Und es sollte für den Rest des Tages die angenehmste Wegstrecke bleiben. Aus dem Ort raus ging es dann an einer Landstraße entlang. An dieser Landstraße kam man dann an einem Friedhof vorbei. An dieser Stelle hat sich mal ein Pilgerhospiz befunden. Man sollte sich in das Innere des Friedhofs begeben um die Überreste zu sehen.

Navarette Reste des Pilgerhospiz beim Friedhof

An den Mauerresten kann man Motive finden, die Mahlzeiten oder z.B. auch die gemeinsame Körperpflege darstellen.

Ab jetzt wurde es vergleichsweise unspannend. Es ging immer weiter geradeaus an besagter Landstraße entlang, die zum Glück nicht besonders befahren war. Langsam machte sich die Erschöpfung bemerkbar. Und es ging wieder etwas Bergauf. Erste Gedanken zu alternativen Fortbewegungsmitteln schwirrten durch den Kopf. Ich überlegte mir, dass man die Strecke, die ich bis dahin zu Fuß zurückgelegt hatte, mit dem Auto vermutlich in Minuten abfahrbar wäre. Zum Glück haben diese Gedanken meine Motivation nicht beeinflusst, denn ich hatte schon anständig mit der Anstrengung zu kämpfen. Es ist ja nicht wie beim Joggen, wo sich sowas wie ein Runners High einstellt.

Ventosa Landschaft

Ventosa

Eigentlich wollten wir Ventosa auslassen und die nächste Herberge ansteuern. Allerdings hätte ich es vermutlich nicht bis zur nächsten Herberge geschafft. Also steuerten wir Ventosa an. Zu dem Zeitpunkt sollte es nur ne Zwischenstation werden, wo wir wieder etwas rasten könnten. Als wir dann da waren, war es mit meiner Kondition endgültig vorbei. Wir entschieden uns fürs bleiben und ruhten uns erstmal aus.

Ventosa Herberge

 Nachdem wir uns etwas ausgeruht haben, sind wir den Ort erkunden gegangen. Es gab eine Bar, eine Hauptstraße, eine Kirche, die allerdings schon etwas mittgenommen aussah. Als wir an der Herberge ankamen, trafen wir einen Autopilger. Normalerweise werden Autopilger nicht aufgenommen. Allerdings war zu unserer Zeit sowieso nicht so viel Andrang (also wir waren eigentlich fast alleine in Ventosa), so dass es wohl ging. Dieser Autopilger kam aus Bayern und war wohl etwas auf der Suche nach sich selbst und dem Sinn des Lebens. Wir sind mit ihm dann in die Bar gegangen und haben zu Abend gegessen.

In der Bar waren fast nur Einheimische. Also bis auf uns halt. Es wirkte für einen Moment so, als ob es nur eine Bar wäre und wir nicht zu essen bekommen könnten (ein Supermarkt war nicht vorhanden), stellte sich aber recht schnell als Irrtum heraus. Es gab wieder eher typische Küche, die ich aber absolut empfehlen kann. Ich sag mal: Lecker.

Nachdem wir uns die Lebens- und Leidensgeschichte von Alois (bin mir beim Namen nicht sicher) angehört hatten, gab es noch ein "alkoholisches Getränk" aus der Gegend. Leider haben wir später keine Gelegenheit mehr gehabt, uns eine Flasche dieses Getränks mitzunehmen. Daher bleiben zwei Erinnerungen, das Glas mit der Aufschrift und der Geschmack.

Ventosa Bar La Navarra

Nach dem guten Essen und einem so sanften Getränk konnte man nur noch schlafen gehen, was wir dann auch taten. Der erste Tag war geschafft und ich auch. Die Füsse schmerzten und ich war kaputt. Ich habe geschlafen wie ein Stein. Der nächste Tag konnte kommen.

 

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