3 – Cirinuela – Santo Domingo De La Calzada – Granon

Cirinuela – Santo Domingo De La Calzada – Granon 

Der Morgen graut. Und mir auch. Die Nacht habe ich schlafend verbracht, einem Stein gleich. Beim Aufstehen wurde es mir dann wieder bewust: Da sind Blasen am Fuss. Als ich versuchte, die Wanderschuhe anzuziehen, wurde offenbar, dass das so nicht ginge. Zum Glück fanden sich in der Herberge noch Wandersandalen, die meine Größe hatten. Das war viel besser, denn die Blasen kamen so viel seltener zur Geltung.

Morgens vor der Herberge

Zumindest dachte ich das und war frohen Mutes, dass die vor uns liegende Strecke zu schaffen sei.Die Sonne kam langsam zum Vorscheim als wir uns von unserer Gastgeberin und dem netten Hund verabschiedeten. In der kurzen Zeit hat die unglaubliche Freundlichkeit den Ort zum zweiten Zuhause werden lassen, der Abschied viel dementsprechend schwer. Ich hätte mich sicherlich auch daran gewöhnen können, dazubleiben. Doch wir hatten einen Weg vor uns und einer von drei Leuten war jetzt endgültig fußlahm. 

Schmerz lass nach

Schon am Anfang haben die beiden anderen immer auf mich warten müssen, weil ich mich auf meinen 2 Gehhilfen (Wanderstöcke, wie froh war ich, dass ich die hatte), wie ein Vollinvalide bewegte. Ich kam zwar gefühlt noch relativ gut voran, aber eben eher auf allen Vieren, obwohl das durch die Wanderstöcke nicht ganz so mitleidserregend aussah.

Man wartet auf den Fußlahmen

Wir erreichten nach rund 1 Stunde dann Santo Domingo de la Calzada. Und ich war mir da und bis heute sicher, dass ich das unter keinen Umständen einen Tag eher geschafft hätte. Die Schmerzen nahmen schneller zu als am Tag davor und ich hatte nur wenig Augen für meine Umgebung. An diesem Tag habe ich die wenigsten Bilder der ganzen Strecke gemacht. Zum Ausgleich hat meine Frau ein paar Fotos geschoßen.

Santo Domingo De La Calzada mit Blasen

Auf einem sieht man an meinem Gesichtsausdruck,dass dieser Tag für mich kein Tag von Freude war. Wir haben gerastet und einen Kaffee getrunken. Dann ging es weiter und ich fühlte mich, als ob ich die Welt umrunden können, nur eben verdammt langsam. Es war beruhigend, dass nicht so viele alte Menschen rumliefen, denn die waren entschieden besser zu Fuß als ich.

Als wir aus der Stadt rauskamen, schlägelte der Weg sich durch nette Landschaften und die Routine überdeckte die Schmerzen. Ein Schritt, ein Schmerz. Wenn man weiß, was kommt, ist es nicht mehr so schlimm. Vieles kann man ertragen, wenn man weiß, wann es vorbei ist. Und so schleppte ich mich durch die Landschaft, die sich an diesem Tage zu viel Mühe gegeben hatte, weil ich sie wirklich nicht gebührend beachtete.

Der schmerzende Berg und die zweite Niederlage

Es wurde steiler. Und die Schmerzen schlimmer. Es ging wieder einen Berg hoch. Man konnte das Ende sehen, der Berg war nicht so hoch und der Weg nicht so lang, aber die Schmerzen steigerten sich immer schneller. Oben auf dem Berg habe ich mir auf die Lippen gebissen, damit es mal woanders weh tut. Wir machten am Brunnen vor der Herberge San Juan Bautista Rast.

San Juan Bautista

Ich war nicht erschöpft. Aber schon der Gedanke daran, jetzt wieder einen Schritt zu machen, raubte mir Kraft. Ich bin meiner Frau so dankbar, dass wir entgegen aller Planungen in dieser Herberge Halt gemacht haben. Denn ich wollte, ich konnte keinen Schritt mehr gehen. Blicke ich zurück, bin ich sogar froh, diese Schmerzen gehabt zu haben, weil wir sonst in dieser Herberge nie eingekehrt wären. Und diese Erfahrung möchte ich nicht missen. 

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