Bahnsinn – der Kunde ist … verwirrt

20. Juli 2009

Ich sitze im ICE von Mannheim nach Hamburg. Der Schaffner, quatsch, Zugbegleiter hat meine Fahrkarte bereits gesehen. In Frankfurt steigt ein Mann zu, der sich in mein Abteil setzt. Der Zugbegleiter kommt und kontrolliert die Fahrkarte. Der Mann fängt auf einmal an mit:

Kunde: Könnten Sie meine Adresse ändern?
Zugbegleiter: Was? Nein, die brauche ich garnicht.
K: Aber ich bin umgezogen.
Z: Aber die Adresse brauche ich jetzt garnicht.
K: Aber Sie sind doch die Bahn.
Z: Aber das kann ich nicht auch noch machen.
K: Aber dann muss ich mich da wieder drum kümmern.
Z: Ja. Ich kann Ihre Adresse nicht ändern.
K: Ob Sie die nun ändern… sonst muss ich das ja wieder machen.
Z: Ja, das müssen Sie machen.
K: Aber das nun Sie machen, oder ob ich das machen. Bei der Bahn macht der Kunde Selfservice.
Z: Irgendwo hört es ja auch mal auf.
K: Dann muss ich mich wieder darum kümmern.
Z: Ja. Gute Fart. [verlässt die Bühne]

Also ich persönlich finde das schon etwas schräg. Ich wäre nie darauf gekommen, eine Adressänderung einem Schaffner (das ist wieder das böse alte Wort) aufzudrücken. Schon aus Selbstschutz nicht. Der Schaffner hat sicher andere Sorgen.. und wenn bei diesem Akt was daneben geht, hätte ich gerne jemand greifbar, den ich dann zur Verantwortung ziehen kann. Aber auch sonst fällt mir kein Grund ein, wieso ich beim Schaffner mit diesem Anliegen an der richtigen Adresse wäre.
Ich hoffe, der Mann zückt kein Messer…
Zitat aus dem Film Adams Family:

Als was gehst Du denn zum Karneval?
Als Serienmörder. Die sehen aus wie Du und Ich.

TDD ist auch nur eine extreme Sichtweise

25. Juni 2009

Es muss Gründe geben, warum nicht jeder Entwickler bei der Erwähnung von Test Driven Development (TDD) mit „ach klar, genau“ antwortet. Ich möchte dazu mal etwas ausholen. Softwareentwicklung ist ein kreativer Prozess. In diesem Prozess gibt es einige hochbegabte Entwickler, sehr viele im guten Mittelfeld und einige, die jede Kreativität vermissen lassen. Wo der eine mit dem ersten Wurf bereits einen sehr guten Treffer landet, muss sich der andere langsam an das Ziel herantasten. Das ist ganz normal, so sollte es ja auch sein.

In dem man nun TDD propagiert, stellt man alle Entwickler gleich, in dem man sagt, schreibe zuerst den Test, denn was Du entwickelst funktioniert mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht. Das ist spannend. Wenn man Unterschiede zwischen Entwicklern macht, und ich hoffe, da gibt es keine Zweifel, dass dem so ist, dann soll es eine Arbeitsmethode geben, die für alle gleich gut funktioniert? Mir fällt kein Beispiel aus anderen Bereichen ein, wo das der Fall ist.

Ich glaube, und das zeigt mir meine Erfahrung, dass für den erfahrenen Entwickler eher das Motto gelten sollte: Teste, wo Du es für wahrscheinlich hältst, dass Du ein Fehler gemacht hast. Und ich habe es bisher nicht als vorteilhaft erachtet (und darum geht es ja hauptsächlich), den Test vor der Funktion zu schreiben. Dann das würde darin enden, dass ich an zwei Stellen gleichzeitig Anpassungen vornehmen muss, bevor überhaupt eine Funktion umgesetzt wurde. Ich weiß nicht, wie es anderen Entwicklern so geht, aber ich passe den Code, der entsteht sehr oft an – wie ein Gemälde, dass sich mit jedem Pinselstrich vervollständigt, aber eben auch Bereiche wieder ausradiert und neu gezeichnet werden müssen. Es ist nicht nur eine Funktion, die so entsteht, sondern gleich ein kleines Lösungsgebilde. Würde ich jedes mal davor einen Test schreiben, würde ich auf diese Weise extrem viel für die Tonne produzieren.

Als Entwickler passt man seine Arbeitsweise so an, dass die eingesetzten Methoden einen persönlichen Vorteil offenbaren. Wenn dieser Vorteil eintritt, ist Überzeugungsarbeit nicht notwendig. Dass es immer wieder Diskussionen zu z.B. TDD gibt, liegt wohl daran, dass es nicht für jeden die beste Wahl ist.

Liebe und Verständnis

11. Juni 2009

Bahnfahren macht Spass. Also eigentlich macht alles Spass, wo genügend Menschen aufeinanderprallen und man ungestöhrt Gesprächen lauschen muss („kann“ hätte ich geschrieben, wenn man eine Wahl hätte).

Zwei Mädchen unterhalten sich über die Wochenendplanung. Die eine führt an, dass ihr Freund ja jetzt einzieht und sie dann sicher sehr mit dem Einräumen beschäftigt sind (spannenderweise fällt der Satz: „Das meiste kommt gleich auf den Sperrmüll“). Die andere macht den Vorschlag, dass man ja abends was Essen gehen könnte. Frenetische Begeisterung (ok, da habe ich jetzt übertrieben).

Oder wir gehen ins Kino? Was kommt den gerade?
Terminator.
Neeee. Da bin ich raus.
Oder Garfield.
Au, ja. Aber da müssen wir meinen Freund überreden. Wobei er sich dann vermutlich rächt und ich zu Terminator mit muss.

Buuuaaha. Sich „rächen“. Na das klappt ja.

Lehrer können nicht alles wissen

11. Juni 2009

Ich sitze gerade im ICE (fährt immernoch als IC, wegen Bauarbeiten auf der Strecke Hamburg-Berlin, aber immerhin gibt es ein kleines Getränk und was zu essen (ich werde es vermissen)). Der Zug wurde getauscht (beliebtes Spiel bei der Bahn, Bäumchen-wechsel-Dich für Erwachsene), so dass keine Reservierungen mehr gültig sind.

In Lüneburg ist dann eine Schulklasse dazu gestiegen, die jetzt a) mit Monsterkoffern (das eine oder andere Mädchen macht wohl bei „Die Auswanderer“ mit) und b) einer enormen Duftwolke den ICE bevölkern. Der ICE ist eh schon sehr voll und so springen die kleinen in den Gängen rum und suchen sich einen Platz. Das ist natürlich ein aussichtsloses Unterfangen. Die Lehrkräfte verschlechtern die Gesamtsituation dadurch, dass sie anfangen, die Schüler auf Plätze zu navigieren, obwohl sie bereits welche haben. Als diese sich dann mit ihrem Gepäckkleinwagen auf den Weg machten, verschwand zuerst der angepriesene und dann der gerade noch freie Sitzplatz. Blöd gelaufen ist da klar doppeldeutig.

Ich bin gespannt, ob das hektische „da sitzt die halbe Schulklasse im Gang“ noch irgendwie gelöst werden wird. Also ich tippe dagegen, es sieht nicht so aus, als ob jetzt noch irgendwo ein Platz frei wäre. Spannend wird es bei jedem nächsten Halt, aber noch haben die kleinen keine Wagenburg aus ihren Kleidungskutschen gemacht, um ihre Stehplätze zu verteidigen zu können.

Ich merke es schon, der Tag wird großartig.

Ah.. es wurde ein Platz frei. Lehrerin eilt los, um ihn mit einem Kleinling zu füllen. Pah. Erfolg. Wer sagt es denn. Ich sollte besser nicht aufstehen, das Magazin mit freie Sitzschülern ist noch gut gefüllt.

Frauengespräche

11. Juni 2009

Frauen können ja den ganzen Tag reden. Also zumindest schaffen sie es offensichtlich von Hamburg bis Berlin. Bisher ohne Pause. Und dann leider auch mit einer Stimme, die sich direkt im Kopf als Bild manifestiert. Vielleicht stecke ich mir Kopfhörer ins Ohr… nein, das hat nicht geholfen.

Wo ist Erdnussbutter, wenn man sie mal braucht.


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