Archiv der Kategorie ‘Weltherrschaft‘

Google Wave – wichtiger Schritt in die richtige Richtung

Freitag, den 29. Mai 2009

Ich lasse mich gern überraschen, vor allem dann, wenn es etwas ist, worüber ich/man sich freuen kann. Google Wave ist so etwas. Die Frage, die man sich stellte, lautete:

“Wave is what email would look like if it were invented today.”

Das ist in der Tat eine gute Frage und ich finde, die Antwort auch schon sehr nett. Aber die richtige Frage wäre gewesen:

Wie möchten wir heute kommunizieren?

Und da ergeben sich doch schon ein paar andere Antworten, die weit über das hinausgehen, was man mit Google Wave anbieten kann. Wenn ich blogge, dann kommuiziere ich, wenn ich etwas in 140 Zeichen quetsche, dann ist das ebenso Kommunikation. Wir wären heute technisch in der Lage unabhängig von unserer Position auf diesem Planeten mit jeder Person aus unserem Umfeld (und das ist sozial und nicht geografisch gemeint) in Kontakt zu treten. Der Unterschied liegt in der Erreichbarkeit und der Bandbreite der Kommunikation. Alles andere ist uninteressant.

Da könnte man doch viel mehr machen, als ein Email 2.0. Da geht es um solche Fragestellungen wie: Wie kann ich einfach eine oder mehrere Personen auswählen? Wie interagiert Erreichbarkeit mit Dringlichkeit? Wie kann ich das Thema „Roaming“ elegant lösen?

Wenn diese Fragen gelöst sind, dann wird man sowas wie Email emulieren können (als Migrationspfad für den menschlichen Verstand). Es wäre doch aber unglaublich spannend, wenn zur direkten Kommunikation mit Menschen in unserem Umfeld (also 0 bis 20 Meter (oder wenn jemand lauter schreien kann)) diese Form noch dazu kommen würde.

Ich weiß, dass das nicht jedem schmecken wird, und man muss auch nicht alles machen, nur weil man es kann. Aber die nächste Entwicklungsstufe der Menschheit liegt in der Kommunikation. Das merkt man schon daran, dass sich heute Macht zunehmend als „kann Einfluss auf Kommunikation nehmen“ definiert.

Jetzt noch ein verrückter Spruch: Lasst uns zu einem großen Cluster werden. Dann kommen wir als Menschheit sicher in die Top500, zumindest für einen kurzen Moment. :)

Mit Mathe werden wir gewinnen – Terrorismus 3.1414926

Dienstag, den 20. Januar 2009

Wie ich kürzlich in den Nachrichten sah und sich jeder selbst auf Youtube (Das Rettungspaket für Deutschland) anschauen kann, droht man uns erneut. Interessanterweise untermauert man die "dramatische" Entwicklung mit Hilfe einer "anschaulichen" Kurve, die den Untergang des Abendlandes vorzeichnet. Dazu muss man aber in diesem wirren Text bis zu 9:38 vorspulen (es sei denn, man möchte sich die mit permanent wechselseitig erhoben Finger geführte "Kausalkette" anschauen).

Al Quaeda ist eine Funktion dritten Grades.

Und dann sieht man die Funktion: 1/3x^3+2^2+2x. So einfach ist das also. Mensch, da hätte man ja wohl auch eher drauf kommen können. Und dann wird der Westen gezeigt, der auch in diesem Konflikt ist. Und deshalb nimmt man die selbe Formel. Ohhhh nein. Ein Flüchtigkeitsfehler. Ich habe das Minus bei der Umstellung vergessen.. ah jetzt kommt eine vernünftige Kurve raus, die hier ganz klar zeigt, das wir (also die Al Quaeda) gewinnen werden.

Nach dem ganzen wirren Gestammel und dem lustigen Fingerspiel ist die Kernaussage dieser Videobotschaft (hört sich im englischen besser an):

We are right, because we used math.

Gut. Die Formeln sind zu einfach für einen Pisatest, aber immerhin eine Funktion dritten Grades. Ich kann mit nicht vorstellen, dass die Al Quaeda Absender dieser Videobotschaft ist. Wenn doch, dann habe ich keine Angst mehr (hatte ich davor auch noch nicht (Autofahren ist gefährlicher, und das mache ich jeden Tag)).

Wir machen sicher nicht alles richtig, aber das haben wir nicht verdient (auch schön)

Atlas der Schöpfung – und alle Terroristen sind Darwinisten

Dienstag, den 23. September 2008

Im Spiegel gibt es ein Interview mit Harun Yahya unter dem Titel "Alle Terroristen sind Darwinisten". Er ist laut Spiegel einer der "bekanntesten Kreationisten in der islamischen Welt". Spannend daran ist nicht, welcher Idee man anhängig ist, sondern wie Herr Yahya argumentiert.

Es geht los mit einer Behauptung, die als Einstieg schon mal sehr gut ist, weil man nicht nur ein wenig zweifelt, sondern schlicht unterstellt, dass man es mit einer vollständigen Lüge zu tun hat:

Im Unterschied zur Schöpfung hat der Darwinismus keinen Beweis für die Evolutionstheorie. Ihre Anhänger haben keinen fossilen Beweis gefunden, den man verwerten könnte.

Da wären jetzt doch mal die Sachargumente interessant, warum die IMHO bisher sehr nachvollziehbaren Beweise wertlos oder vollkommen fehlgedeutet wurden. Ich habe kürzlich in einem Magazin gelesen, dass man ein Fossil gefunden hat, dass den Übergang von Wasser- zu Landtier belegt.

Jetzt kommen wir nochmal zum Grund des Interviews:

Dennoch ist es ein wissenschaftlicher Fakt, dass die Evolutionslehre falsch ist. Jeder, der meinen "Atlas der Schöpfung" liest, kommt zu diesem Ergebnis. Der Darwinismus betrügt die Menschheit seit 150 Jahren.

Gemerkt? Ja, genau. Die Antwort lautet: Kauft mein Buch "Atlas der Schöpfung". Ich zitiere mal einen Kollegen "Nur weil man etwas immer wieder wiederholt, wird es noch lange nicht wahr.". Doch es geht noch besser. Wer Sachargumente erwartet hat, hätte schon bei der Überschrift aussteigen müssen.

Intelligent Design ist ja nicht gleich Kreationismus:

Ich finde dieses Konzept des Intelligent Design ziemlich unehrlich. Man sollte aufrecht an die Existenz Allahs glauben, man sollte für die Religion eintreten, für den Islam oder das Christentum. Das Konzept des Intelligent Design behauptet, die Dinge seien irgendwie erschaffen worden, aber nicht von wem. Man sollte klar sagen: Das war Allah.

Am besten gefällt mir dieses Aufflackern von Toleranz gegenüber anderen Religionen. Aber dann ganz klar (und an der Stelle natürlich logisch): Wer hat's erfunden? Allah.

Jetzt kommt aber das beste Argument. Erstaunlich ist nur, dass er nicht noch andere Grundübel unserer Zeit aufnimmt um sie einer Denkweise zuzuschreiben:

Der Darwinismus ist die Grundlage für Hitlers und Mussolinis Faschismus und Stalins Kommunismus. … dass alle Terroristen – auch diejenigen, die sich selbst als Muslime betrachten – in Wahrheit Darwinisten und Atheisten sind.

Huiii. Daher kommt das also. Da müssen wir mal unser Handeln gegen den Terrorismus überdenken. Ein Terrorakt als natürliche Auslese. Kommt einem irgendwie bekannt vor. Hmm, welches Tier hat das genauso gemacht?

Jetzt untermauern wir mal ein bischen, dass man hier nur aus besten Absichten heraus das Buch geschrieben hat und unters Volk bringen möchte:

Der Verlag erzielt großartige Gewinne, da ich keine Tantiemen verlange.

Was einen dann stutzig machen sollte, kommt ziemlich passend zum Schluss:

Ja, ich wurde in der Tat beschuldigt, Chef einer kriminellen Organisation zu sein. Man hat mich zu drei Jahren Haft verurteilt. Aber das muss erst noch vom Berufungsgericht bestätigt werden. Es existieren keine Beweise, die ich für akzeptabel halte. Mein Geständnis musste ich ohne Anwalt und unter Zwang ablegen. Niemand in der Türkei würde eine solche Strafe akzeptieren, wie ich sie bekommen habe.

Man kann ja glauben, woran man möchte. Aber ein Buchverkauf ist ein Buchverkauf. Und wenn man meint, dass das verbale "Draufhauen" den Verkauf ankurbelt, sollte man sich drauf gefasst machen, dass es mindestens durchschimmert. Wenn die Argumente zu extrem werden, kann das aber auch hinderlich sein. Ich wünsche Ihnen, HerrAdnan Oktar alias Harun Yahya, alles Gute und viel Erfolg. Ich habe schon öfter die Bücher von Däniken gelesen, weil sieh spannend geschrieben, manchmal etwas schrullig und sehr unterhaltsam waren. Ob sich so viele damit anfreunden können, dass sie jetzt nun ins Lager der Terroristen gewechselt sind, bezweifele ich. Aber die waren vermutlich auch nie Zielgruppe.

 

Triple Pay – oder wie man für die eigene Überwachung zahlt

Montag, den 26. November 2007

Wäre es April, würde ich nochmal genau auf die Uhr schauen, um ganz sicher zu gehen, dass heute der 1. ist. Aber es ist nicht April und wenn es nicht so traurig wäre, wär es zum schreien komisch. So bleibt nur das Schreien, denn was anderes fällt einem dazu kaum noch ein.

Man mag mich als Schwarzseher bezeichnen (ich zahle meine Gebühren, ich meine das hier im ursprünglichen Sinne). Aber ich bin nicht allein. Und es hat sich dieses mal viel schneller bestätigt, was so ein Schwarzseher wie ich oder der Bundesdatenschützer kommen sah. Die Verbindungsdaten noch nicht mal gespeichert, sondern die Speicherung nur gesetzlich verordnet, erscheint auf einmal eine Gruppierung, die bisher wenig mit dem Thema Terrorismus (der Hauptgrund für die Vorratsdatenspeicherung, wie uns glaubhaft gemacht werden sollte) gemeinsam hatte. Die Gruppe der Rechtevertreter sind (wie man es bereits vermutet hat) auch an den Verbindungsdaten interessiert. Das war auch schon immer so. Was neu ist, ist der Umstand, dass auf einmal die Länder darauf drängen, diese Verbindungsdaten den Rechteinhabern zur Verfügung stellen zu wollen.

Was für eine große Geste. Denn die muss es sein, weil die Länder ja eigentlich nichts davon haben. Es könnte ihnen relativ egal sein.

Ist ja alles nicht so schlimm, oder?

Wie man es sieht. Ich fasse mal kurz zusammen: Die Vorratsdatenspeicherung ist für das Aufspüren von Terroristen gedacht. Damit das nicht mißbraucht wird, gibt es entsprechend hohe Hürden. Diese werden für die Rechtevertreter dann wieder abgebaut. Wenn die Rechtevertreter darauf so einfach Zugriff haben, dann muss das ja auch dem Staat gewährt werden. (Frage: ab wann ist man ein Rechtevertreter?).

Aber das beste daran ist: Schlägt der Provider die Kosten für die Datenspeicherung auf den Kunden um, zahlt der Kunde drauf. Lässt er sich das vom Staat zahlen, zahlen alle drauf. (Witzig: man hat dann ne DSL Rechnung, auch wenn man kein DSL bekommen kann.) Man macht es den Rechteinhabern dadurch viel einfacher, mit dem großen Netz nach Nutzern zu fischen, die man dann belangen kann. Das Netz ist viel engmaschiger geworden, es wird mehr Fische geben.

Nicht dass ich das illegale kopieren von Musik gutheißen mag, aber das ist nur ein Symptom, nicht die Ursache, eine Reaktion auf des merkwürdige Kundenverständnis der Rechteinhaber. Und wenn sich dann einer erwischen lässt, dann hat er die Ermittlung sozusagen auch noch selbst gezahlt.  Jeder hat gezahlt. Wir zahlen unterm Strich den Rechteinhabern die Ausweitung der Möglichkeiten zur Verfolgung ihrer Interessen und bekommen als Gegenwert NICHTS.

Wenn das nicht merkwürdig ist, wer das nicht bedenklich findet, dem ist vermutlich nicht mehr zu helfen.

Love it, change it or leave it.

Ossi – Wessi

Freitag, den 16. November 2007

ein Kommentar auf zum Artikel auf heise.de mit dem Titel „Punk-Bands, ostdeutsche Zeitschriften und Journalisten im Überwachungsnetz“:

Was ist der Unterschied zwischen einem Ossi und einem Wessi?
Der Ossi hat seine Zukunft schon einmal erlebt.


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