Archiv der Kategorie ‘Marketing‘

Bezahlcontent scheitert am Bezahlen

Freitag, den 7. August 2009

Manchmal fühle ich mich alt. Zum Beispiel dann, wenn die Sau „Bezahlcontent“ durch das virtuelle Dorf getrieben wird. Ich erinnere mich eben nicht mehr ganz genau wie das damals war, weil es auch schon eine Weile her ist. Aber da war der Glaube an bezahlte Inhalte im Netz ähnlich groß wie heute und die Abhängigkeit zu den etablierten Medien und Verwertungsgesellschaften wesentlich höher als heute. Und schon damals hat es irgendwie nicht funktioniert.

Ich könnte jetzt einen Beitrag zusammen zimmern, der mit „Analyse“ überschrieben wäre und auf mehreren Seite darlegt, warum das nicht funktionieren möchte. Aber der Grund war damals und wird es auch dieses Mal wieder ein sehr einfacher sein: wenn das Bezahlen nicht einfach genug ist, dass es auch jemand macht, dann wird auch keiner bezahlen. Und wenn keiner zahlt, dann kann man auch nichts verkaufen.

Entweder ist es an mir vorbei gegangen und das Thema Micro-Payment wurde tatsächlich gelöst, weshalb man ein zweites Mal jubelnd diesen Weg nachrennt oder man ist tatsächlich der Meinung, dass man a) wesentlich mehr als „Micro“ verlangen kann oder b) glaubt, dass jemand so wagemutig ist, im Voraus zu zahlen.

Hoffnung

Aber selbst wenn wir nicht so pessimistisch sind: Wenn ich für einen Beitrag etwas gezahlt habe, schafft es dann das Medium, dass ich dann wenigstens von diversen anderen Versuchen damit Geld zu verdienen verschont bleibe? Wir dann der Spiegel wieder Klickstreckenfrei? Hört dann die Durchmischung von redaktionellen Inhalten und Werbung auf? Nimmt dann die Qualität der Berichterstattung wieder zu?

Realität

Im Moment geht bei mir nicht nur der Fernsehkonsum, sondern auch der Nachrichtenkonsum zurück oder besser, sucht sich neue Wege. Mein wichtigster Kanal für Neuigkeiten sind im Moment die ganzen Menschen, denen ich per twitter folge und so neben Blogs eigentlich nichts wichtiges verpasse. Die Anzahl der guten Blogbeiträge liegt ähnlich hoch wie die Anzahl der guten Beiträge auf den eigentlichen Nachrichtenkanälen. Wenn diese dann auch noch Geld verlangen würden, müsste man mir wirklich einen Artikel empfehlen, damit ich mir die Mühe mache, den Bezahlprozess anzusehen. Wenn dieser dann nicht vollkommen schmerzfrei ist, dann wird mein Geld wohl bei mir bleiben.

Viele Frage, vor allem viele alte Fragen ohne das sich in der Zeit dafür Antworten gefunden hätten. Aber ohne diese Antworten bleibt das Geschäft mit dem Bezahlcontent wohl nur ein Wunschtraum.

p.s.: Danke dass Sie mit ihrer wertvollen Zeit gezahlt haben. Ich hoffe, mein Beitrag stand dazu in einem guten Verhältnis.

Edeka – die haben auch ihre Kunden gern

Mittwoch, den 20. Mai 2009

Ich habe gestern folgende Nachricht auf der Kontaktseite von Edeka hinterlassen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich durfte zufällig in einem Edeka-Markt in Baden-Württemberg ein Fruchtsirup von Darbo der Sorte Scharze Johannisbeer erwerben (http://www.darbo.at/uebersicht/sortiment/fruchtsirup/fruchtikus-sortiment.html)

Nun wohne ich in Lübeck und habe das gleiche hier leider ohne Erfolg versucht. Es würde mich (und vermutlich noch andere Kunden) doch sehr freuen, wenn sie neben den Marken Waldhimbeere, Schwarzer Holunder, Maraska Weichsel und Holunderblüten noch diese eine Sorte in das Sortiment aufnehmen würden. Es scheint ja nichts gegen den Hersteller und die Sorte zu sprechen.

Wenn Sie Lebensmittel so lieben, wie behauptet, dann werden Sie die Sorte gern in ihr Sortiment für meine Heimatregion aufnehmen, denn er schmeckt hervorragend (wie von Oma).

Besten Dank und mit freundlichen Grüßen
Michael Mosmann

Und heute kam prompt die Antwort. Es rief mich eine Mitarbeiterin von Edeka an und erklärte mir, das dieses Produkt nicht zum Standardsortiment gehört, sondern dass jede Filiale selbst entscheidet, was sie von diesem Produzenten aufnimmt. Aber in Lübeck gäbe es da auf alle Fälle die Filiale im Mönkhofer Weg, die mein Wunschprodukt im Sortiment hat. Alles sehr freundlich und nett. Da werd ich wohl heute noch vorbei fahren.

Die mögen nicht nur Lebensmittel, sondern auch ihre Kunden. Ich bin begeistert:)

Irre bei Uri – trotzdem ist die Langeweile groß

Dienstag, den 17. Februar 2009

Nach einem anstrengenden Tag schaltet man das Fernsehen an und kommt live in die Darbietung von Ully Lou. Ok. Lassen wir uns unterhalten und schauen uns das mal ein wenig an.

… ich muss etwas verpasst haben, denn mir geht nicht auf, was seine Aktionen zu bedeuten haben. Oli P. sieht einen Totenkopf oder Bushido (??). Lorielle sieht was blutunterlaufenes … und Ully zieht ein rotes Tuch aus dem Umschlag. Hmm.. ähm. Ich hoffe, das war jetzt nicht der Zaubertrick.

Dann wird Lorielle herangebeten und soll in die Kugel schauen. Nebenbei erwähnt er, dass viele Menschen vor ihm Angst haben. Er hätte mich fragen können. Ich hätte da ein paar Tipps.

Im Gespräch gestand er dann seine schreckliche Kindheit und hielt als Abschluss Händchen. An diesem Punkt fragte ich mich, wo denn jetzt da ein Trick war. Wenn ein wirrer Blick reicht, dann kann ich auch mitmachen.. das bekomme ich hin.

Dann noch die Einspielung von ganz erbärmlichen Zuschauerfilmchen, die so leichtgläubige Menschen zeigen, das man spätestens jetzt weiß, wer diese Sendung mit Begeisterung ansieht.

Es ist eine Reise in das Mittelalter des Medienkonsums, wo man noch gelaubt hat, was im Fernsehen gezeigt wurde. Der Unterschied besteht nur darin, dass sich die Darsteller selbst nicht so ernst nehmen. Die Frage, die sich hier stellt: hat die Gesellschaft die Aufgabe, leichgläubige Menschen vor so einem Unfug zu schützen? Ich bin mir da nicht sicher.

Vorsicht: Langeweile im Microsoft Store

Freitag, den 13. Februar 2009

Microsoft Produkte sind so sexy wie Backsteine. Diese Ansicht mag nicht jeder teilen, aber das ist meine erste Assoziation, wenn ich höre, das Microsoft eigene Läden aufmachen möchte.

Man muss sich doch mal fragen, was mich als Kunden dazu motivieren möchte, in so einen Microsoft-Laden zu gehen. Wenn die Preise nicht billiger sind als in anderen Geschäften, wüsste ich nicht, was ich da soll. Sind sie billiger als in anderen Geschäften, werden die anderen Läden entweder gleich ziehen oder Microsoft-Produkte aus ihrer Auslage entfernen oder eine Klage anstreben. Hmm.. so klappt das schon mal nicht. Damit stellt sich sofort die Frage, wie Microsoft damit verdienen möchte?

In einen Apple-Store geht man mal rein, weil man sich die tollen Dinge, die man sich leider nicht leisten kann, gerne mal ansieht. Dann kommt noch ein Seufzen mit „wenn es nicht so teuer wäre, würde ich mir das kaufen“ und man geht wieder. Sicher. Manchen kaufen da dann auch was. Das ist dann vermutlich wie Weihnachten, wenn man mit was hübschen da raus läuft. Aber so ne Xbox oder n Windows-Vista sieht eher unspannend aus.

Ich bin da relativ sicher, dass das nix wird. Trotzdem viel Glück.

Wir sprechen alle wie Roboter

Mittwoch, den 11. Februar 2009

Man muss annehmen, dass die Schriftsteller, die vom US-Schriftstellerverband vertreten werden, wie Roboter sprechen. Nicht anders ist es zu erklären, dass Sie sich gegen die Vorlesefunktion des neuen Amazon Kindle wehren. Das Argument: es handele sich dabei um eine Tonaufführung.

Ich glaube nicht, dass sich jemand wegen der Vorlesefunktion das Hörbuch nicht kaufen würde, weil die künstliche Stimme ihm so gefallen hat. Ich gehe auch davon aus, dass es garnicht zu jedem Buch ein Hörbuch gibt (z.B. das BGB interessant vorgetragen von Fred Feuerstein).

Wehret den Anfängen mag es da geheißen haben. Und da es etwas anderes ist als ein Buch muss dieses Kindle zur Strecke gebracht werden. Ich weiß nicht, ob es besser ist, wenn man davon ausgeht, dass dieses ganze neue Zeug Sorgenfalten beim Schriftstellerverband hervorruft. Im Moment beschleicht mich eher das Gefühl, dass da jemand noch ein paar Cent verdienen möchte. Ich frage mich natürlich nur für welche Leistung.

Der gesunde Menschenverstand sagt mir, dass das so nicht durchgeht. Und das ist gut so.


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