Archiv der Kategorie ‘Das Leben‘

So rot kann der Alarm gar nicht sein

Freitag, den 17. April 2009

Ich sah mich genötigt, auf folgenden Kommentar der Tagesschau zu Netzsperren und Kinderpornografie  zu Antworten http://www.tagesschau.de/inland/kommentar274.html. Meine Antwort habe ich an die Email internet@ard-hauptstadtstudio.de geschickt.

Sehr geehrter Herr Grabenheinrich,

das die Zahlen, die Sie erschreckend finden, jeder Grundlage entbehren, ergibt sich aus der Art und Weise, wie diese ermittelt wurden: als Hochrechnung anhand der Daten eines Servers in Schweden. Ich glaube, die Fehlerquote bei dieser Zahl liegt irgendwo bei +-450.000. Sie ist also weniger geeignet eine sachliche Diskussion zu führen. Aber daran möchte ich mich hier gar nicht weiter aufhalten.

Erschreckend für mich ist ihre Glaube, dass ein wie auch immer geartetes Stoppschild auf dem Rechner eines Nutzers erscheint und ihm erst dann klar wird, dass das kein “Kavaliersdelikt” mehr ist. Glauben sie ernsthaft, das mal ein Täter in die Kamera sagen wird: “Ach, dass ist strafbar? Hätte mir das mal jemand gesagt.” Die Konsequenzen, die jemandem drohen, der sich in dem Umfeld bewegt, sind heute schon gravierend, dass es eigentlich zur Abschreckung reichen müsste. Ich bin gespannt, wie das Stoppschild wohl aussehen wird, dass es all das übertrifft.

Aber, und hier bediene ich einen Vergleich, der, wie ich hoffe, die Absurdität dieses Vorhabens auch Ihnen verdeutlichen kann:
Netzsperren sind wie Stoppschilder im Straßenverkehr. Der Unterschied besteht darin, dass wir im Gegensatz zum Straßenverkehr nur Schilder aufstellen. Es gibt keine Geldstrafe und keine Polizisten. Und wenn jemand um das Schild herumfährt, sagt man halt: es sei ein technisch versierter gewesen, denn man nicht aufhalten konnte. Augen zu und durch.

Ich bitte Sie, nehmen Sie sich die Zeit und denken Sie in aller Ruhe darüber nach. Als Anregung kann ich ihnen auch noch folgende Artikel empfehlen:
http://mogis.wordpress.com/
http://www.zeit.de/online/2009/17/netzsperren-missbrauch

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,619509,00.html
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,619505,00.html

Mit freundlichen Grüßen
Michael Mosmann

p.s.: Ich habe diese Email auch in meinem Blog veröffentlicht: http://www.mosmann.de/blog/

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Super gespart

Freitag, den 17. April 2009

Nachdem ich Telebid und Co aus den Augen verloren habe, sind wir heute wieder irgendwie bei dem Thema gelandet. Das habe ich dann zum Anlass genommen, mit das Thema mal wieder anzuschauen. Da bin ich dann auf der Seite von Swoopo gelandet. Und ich musste feststellen, dass das Geschäftsmodel weiter perfektioniert wurde.

Es gibt jetzt “1-Cent-Auktionen”. Die sind hervorgehoben durch ein kleines rotes Banner und suggerieren, dass der Kunde da besonders spart. Dabei wird der Preis pro Gebot nicht um 10 Cent sondern nur um 1 Cent erhöht. Toll, denkt man sich, dann wird es ja nicht so schnell so teuer. Doch die Realität sieht natürlich anders aus, und das aus gutem Grund. Die Gebote gehen natürlich trotzdem entsprechend hoch, weil es ja verlockend ist, mit 50 Cent Einsatz für ein Gebot ein etwas günstigeres Angebot zu erhaschen (man zahlt den Preis ja zusätzlich). Und solange der Preis unterhalb des Marktwertes ist, wird mitgeboten.

Ok, dann unterscheidet sich die “1-Cent-Auktion” ja nicht von den anderen… Ähm. Doch. Und zwar an einer nicht ganz unwesentlichen Stelle: In einer aktuellen “Auktion” wird hier ein Apple iMac 24″ für jetzt 342,28 Euro versteigert (die Zeit steht gerade bei 3:30, wo sie vorhin schon mal unter 10 Sekunden war, erhöht sich mit jedem Gebot um ich glaube 20 Sekunden). Das bedeutet, dass 34.228 (also 34 Tausend) Gebote abgegeben wurden.. a 50 Cent. Das bedeutet, dass 17114 Euro alleine durch Gebote zusammengekommen sind. Das nenne ich mal einen guten Schnitt. Selbst wenn Swoopo jetzt noch 9 von 10 Gebote selbst einstellt, dürfte sich das rechnen.

Ich denke, dass man Verbraucher vor so einem Service schützen muss, denn der Nutzer wird dabei schlicht übervorteilt.

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Ich werde sterben

Montag, den 16. März 2009

.. ganz sicher werde ich sterben. Nur nicht jetzt. Wobei man das nicht wissen kann. Aber ich habe halt noch keine Anzeichen einer Gottheit an mit gefunden, so dass ich hoffen könnte, dass der Tod an mir vorüber geht.

Da flatterte heute eine tolle Spammail rein:

Hallo,

stirbst Du bald? Was weisst Du über Dein Schicksal?

Himmel oder Hölle?

Teste es:

http://sofort.SeelenRettung.com/?parameterMitNummern..

Ideal auch für die Mittagspause. Der Test ist in 5 Minuten gemacht!

Ich habe den Test nicht gemacht. Ich hätte auch Schwierigkeiten, wenn jemand da drauf klickt und nicht als einzig akzeptabler Grund “Anschauen und Spaß haben” genannt wird. Und in der Mittagspause habe ich anderes vor.

Äääääääääääääääääääääh..

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Irre bei Uri – trotzdem ist die Langeweile groß

Dienstag, den 17. Februar 2009

Nach einem anstrengenden Tag schaltet man das Fernsehen an und kommt live in die Darbietung von Ully Lou. Ok. Lassen wir uns unterhalten und schauen uns das mal ein wenig an.

… ich muss etwas verpasst haben, denn mir geht nicht auf, was seine Aktionen zu bedeuten haben. Oli P. sieht einen Totenkopf oder Bushido (??). Lorielle sieht was blutunterlaufenes … und Ully zieht ein rotes Tuch aus dem Umschlag. Hmm.. ähm. Ich hoffe, das war jetzt nicht der Zaubertrick.

Dann wird Lorielle herangebeten und soll in die Kugel schauen. Nebenbei erwähnt er, dass viele Menschen vor ihm Angst haben. Er hätte mich fragen können. Ich hätte da ein paar Tipps.

Im Gespräch gestand er dann seine schreckliche Kindheit und hielt als Abschluss Händchen. An diesem Punkt fragte ich mich, wo denn jetzt da ein Trick war. Wenn ein wirrer Blick reicht, dann kann ich auch mitmachen.. das bekomme ich hin.

Dann noch die Einspielung von ganz erbärmlichen Zuschauerfilmchen, die so leichtgläubige Menschen zeigen, das man spätestens jetzt weiß, wer diese Sendung mit Begeisterung ansieht.

Es ist eine Reise in das Mittelalter des Medienkonsums, wo man noch gelaubt hat, was im Fernsehen gezeigt wurde. Der Unterschied besteht nur darin, dass sich die Darsteller selbst nicht so ernst nehmen. Die Frage, die sich hier stellt: hat die Gesellschaft die Aufgabe, leichgläubige Menschen vor so einem Unfug zu schützen? Ich bin mir da nicht sicher.

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Vorsicht: Langeweile im Microsoft Store

Freitag, den 13. Februar 2009

Microsoft Produkte sind so sexy wie Backsteine. Diese Ansicht mag nicht jeder teilen, aber das ist meine erste Assoziation, wenn ich höre, das Microsoft eigene Läden aufmachen möchte.

Man muss sich doch mal fragen, was mich als Kunden dazu motivieren möchte, in so einen Microsoft-Laden zu gehen. Wenn die Preise nicht billiger sind als in anderen Geschäften, wüsste ich nicht, was ich da soll. Sind sie billiger als in anderen Geschäften, werden die anderen Läden entweder gleich ziehen oder Microsoft-Produkte aus ihrer Auslage entfernen oder eine Klage anstreben. Hmm.. so klappt das schon mal nicht. Damit stellt sich sofort die Frage, wie Microsoft damit verdienen möchte?

In einen Apple-Store geht man mal rein, weil man sich die tollen Dinge, die man sich leider nicht leisten kann, gerne mal ansieht. Dann kommt noch ein Seufzen mit “wenn es nicht so teuer wäre, würde ich mir das kaufen” und man geht wieder. Sicher. Manchen kaufen da dann auch was. Das ist dann vermutlich wie Weihnachten, wenn man mit was hübschen da raus läuft. Aber so ne Xbox oder n Windows-Vista sieht eher unspannend aus.

Ich bin da relativ sicher, dass das nix wird. Trotzdem viel Glück.

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