Archiv der Kategorie ‘Das Leben‘

Edeka – die haben auch ihre Kunden gern

Mittwoch, den 20. Mai 2009

Ich habe gestern folgende Nachricht auf der Kontaktseite von Edeka hinterlassen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich durfte zufällig in einem Edeka-Markt in Baden-Württemberg ein Fruchtsirup von Darbo der Sorte Scharze Johannisbeer erwerben (http://www.darbo.at/uebersicht/sortiment/fruchtsirup/fruchtikus-sortiment.html)

Nun wohne ich in Lübeck und habe das gleiche hier leider ohne Erfolg versucht. Es würde mich (und vermutlich noch andere Kunden) doch sehr freuen, wenn sie neben den Marken Waldhimbeere, Schwarzer Holunder, Maraska Weichsel und Holunderblüten noch diese eine Sorte in das Sortiment aufnehmen würden. Es scheint ja nichts gegen den Hersteller und die Sorte zu sprechen.

Wenn Sie Lebensmittel so lieben, wie behauptet, dann werden Sie die Sorte gern in ihr Sortiment für meine Heimatregion aufnehmen, denn er schmeckt hervorragend (wie von Oma).

Besten Dank und mit freundlichen Grüßen
Michael Mosmann

Und heute kam prompt die Antwort. Es rief mich eine Mitarbeiterin von Edeka an und erklärte mir, das dieses Produkt nicht zum Standardsortiment gehört, sondern dass jede Filiale selbst entscheidet, was sie von diesem Produzenten aufnimmt. Aber in Lübeck gäbe es da auf alle Fälle die Filiale im Mönkhofer Weg, die mein Wunschprodukt im Sortiment hat. Alles sehr freundlich und nett. Da werd ich wohl heute noch vorbei fahren.

Die mögen nicht nur Lebensmittel, sondern auch ihre Kunden. Ich bin begeistert:)

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Bahnkunden sind auch nicht einfach

Dienstag, den 5. Mai 2009

Ich buche meine Zugfahrten online. Eigentlich immer, es sei denn, bestimmte Dinge gehen nicht. Auslandsfahrten zum Beispiel. Oder wenn man einen Bahn-Bonus-Gutschein einlösen möchte. Als bin ich gestern ins Reise-Center (ähm.. ist der Name richtig? egal.., an den Schalter halt) gegangen. Die Schlange war lang, aber es ging voran.

Allerdings zog Unwetter auf (im übertragenen Sinne). Zweimal kurz hintereinander hörte ich die eine Bahnmitarbeiterin sagen:

Dafür müssen Sie sich nicht anstellen, das bekommen Sie auch am Automaten.

Die Antwort habe ich akustisch nicht verstanden, wohl weil der betreffende das auch so wollte. Nicht wegen mir, sondern wegen allen anderen. Der Vorgang hat nur wenig länger als am Automaten gedauert, hätte er nicht mindestens 10 min anstehen müssen.

Es waren noch 6 vor mir, bis auf einmal der Herr, der eigentlich dran gewesen ist, zwei Leute vorgelassen hat. Verdächtig. Als dann die Mitarbeiterin frei wurde, auf die er gewartet hatte, war dann auch klar warum. Er war wohl schon einmal da, so dass er ihre Leidensfähigkeit kannte. Ab da wartete ich ungefähr 20 Minuten, bis ich dran war. So konnte ich gut hören, womit sich die beiden so beschäftigten. Er wollte von Mailand nach Lübeck über Mannheim fahren und dort einen Zwischenstopp einlegen. Aber dabei gab es neben dem Parameter “Was kostet das? Ist der dann billiger?” noch viele andere Dinge, die die Auswahl des richtigen Zuges erschwerten. Offensichtlich hatte dieser Herr kein Internetanschluss, denn diese Informationen kann man durchaus im Netz zusammentragen. Ich war kurz davor, mich einzumischen und im zu erklären, dass er vielleicht besser in ein Reisebüro gehen sollte, wenn er eine Kreuzfahrt buchen möchte.

Als ich dann endlich dran war, was unter anderem auch noch dadurch verhindert wurde, das eine ältere Dame wohl nach dem Bezahlvorgang noch eine nicht unwesentliche Änderung an ihren Wünschen vorgenommen hat, was wohl zur Rückabwicklung führte, sagt mit die freundliche Mitarbeiterin, dass ich diesen Gutschein auch im Internet hätte einlösen können. Das verwunderte mich, stand doch auf dem Gutschein drauf: Einzulösen: in allen DB-Reise…. Daraufhin meinte Sie, dass alle neuen Gutscheine im Internet einzulösen sind. Ich antwortete mit:

Super

Nachdem ich fertig war, hat der Herr mit der Kreuzfahrt noch am Schalter gestanden.

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Wie sag ich’s meinem Kinde 2.0

Samstag, den 2. Mai 2009

Von Generation zu Generation wurde immer der gleiche Wortlaut an elterlichen Empfehlungen überliefert: Messer, Gabel, Schere, Licht gehören in Kinderhände nicht. Dabei waren auch Empfehlungen zum Umgang mit Fremden. Was mich als Kind schon immer gestört hat, war die Tatsache, dass es selten eine Erklärung gab. Das “Warum” wurde nicht immer erklärt.

Seit meiner Kindheit hat sich viel verändert und das liegt nicht nur daran, dass ich nicht mehr ganz so jung bin. Das führt dazu, dass immer mehr Kinder Erfahrungen machen, die ihre Eltern nicht gemacht haben können, an denen sie im besten Fall teilhaben können. Und da kommt dann doch wieder das “Warum” ins Spiel. Wenn man erklären kann, warum man was beachten sollte, dann kann das Kind das Ganze vielleicht nachvollziehen. Doch wie erklärt man einem Kind, was man selbst nicht versteht? Wie macht man auf Risiken aufmerksam, wenn die ganze Entwicklung an einem vorbei geht?

Die Antwort liegt nicht in Regeln und Gesetzen. Die Antwort kann nur darin liegen, dass Eltern die Möglichkeit haben, sich mit ihren Kindern zu beschäftigen. Das bedeutet auch, dass Eltern die Möglichkeit bekommen müssen, sich auch mit sich selbst beschäftigen zu können. Aber da liegt wohl auch das Problem. Die Eltern die sich gerne beschäftigen würden, haben sehr wenig Zeit dafür. Die Eltern mit Zeit machen es dann meist nicht. Kinder sind zur Last geworden.

Natürlich habe ich nicht die Antwort. Und es gibt vermutlich auch nicht die EINE Antwort. Es gibt nur eine ganze Menge Fragen. Eine davon lautet: Wenn uns Kinder so wichtig sind, wieso investieren wir dann so wenig in sie.

Ich hoffe, dass es eines Tages Kindertagesstätten gibt, die es ermöglichen, so dass man Arbeit und Familie unter einen Hut bringen kann. Das Kinder, die in Kinderkrippen und Kindergärten groß geworden sind, später Probleme haben, kann ich nicht bestätigen. Viel mehr habe ich das Gefühl, dass die Last, die auf den Eltern lastet, dazu führt, dass es in der Familie Probleme gibt, die dann viel mehr Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder haben.

Die klassische Rollenverteilung ist ein Relikt, denn die Gesellschaftsform, in der dieses Modell funktioniert hat, gibt es nicht mehr. Und wer meint, so schlimm sei es doch nicht, der soll sich mal anschauen, mit welcher Energie und Härte z.B. China seine “Nachwuchsförderung” betreibt. Die Methoden sind zweifelhaft, der Erfolg wird es nicht mehr sein.

Der letzte macht das Licht aus.

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Wahnsinn Sperrverfügung

Montag, den 20. April 2009

Beim Thema Kinderpornographie kochen die Emotionen hoch. Das scheint auch der Grund zu sein, weshalb der Verstand da manchmal ein wenig zurück treten muss. Es freut, wenn jemand sich die Mühe macht, das Thema Kinderpornographie und Netzsperren umfassend und sachlich analysiert. Besser hätte ich es nicht erklären können: Verschleierungstaktik
- Die Argumente für Kinderporno-Sperren laufen ins Leere
.

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Der erste Eindruck ist kein Zufall

Samstag, den 18. April 2009

Ich habe vor kurzem das Buch Emotions Revealed: Recognizing Faces and Feelings to Improve Communication and Emotional Life von Paul Ekman gelesen (Buch bei Amazon). Kurz (sehr, sehr kurz) zusammengefasst, geht es in dem Buch darum, dass Emotionen den Gesichtsausdruck beeinflussen. Dabei hat er festgestellt und wissenschaftlich untersucht, dass die Anzeichen für z.B. Wut weltweit gleich sind. Der Gesichtsausdruck ist nicht angelernt, sondern fest verankert (YouTupe).

Im Buch werden die Gesichtsausdrücke für die essentiellen Emotionen behandelt, und sie sind klar erkennbar. Die Frage, die sich mir stellt ist folgende: Wenn das Gesicht durch Emotionen verändert wird, müsste am Gesichtsausdruck auch die mentale Grundstimmung in all ihrer Vielschichtigkeit sichtbar werden. Die Schwierigkeit besteht darin, dass schon die “Basisemotionen” schwer zu erkennen sind (für ungeübte). Genau da kommt IMHO das Bauchgefühl zum Einsatz. Wir erkennen, wenn wir uns dieser Fähigkeiten bewusst sind und sie uns bewusst machen, wie jemand sich fühlt. Wir können es nur nicht exakt zuordnen.

Wenn man jemand also zum ersten mal sieht, dann registrieren wir auch, wie dieser jemand gerade so “drauf” ist. Dabei ist natürlich der Kontext wichtig, in dem diese Begegnung stattfindet. Wenn dann jemand in einem Kontext von dem zu erwartenden Bild abweicht, dann überrascht uns das. Abhängig von der Abweichung machen wir dann sehr schnell aus, ob uns dieser jemand sympathisch oder unsympathisch ist. Ich bin der festen Überzeugung, dass diese Abweichungen stark vom “Charakter” abhängig sind. Damit wäre dann auch erklärbar, wieso man jemand nicht mag, obwohl er gerade erst den Raum betreten hat und noch kein Wort gesagt hat.

Der erste Eindruck trügt immer dann, wenn der andere sich in einem anderen Kontext bewegt. Das bedeutet, die Grundstimmung der Person ist durch andere Einflüsse anders als erwartet. Dann kann es tatsächlich dazu führen, dass man die Person falsch eingeschätzt hat. Da das sehr viel seltener der Fall ist, sollte man seinem Bauchgefühl folgen. Da bei einem Foto der Kontext meist bekannt ist, reicht selbst ein Foto aus, um feststellen zu können, wie jemand so “drauf” ist.

Liebe auf den ersten Blick, die Chemie, die nicht stimmt, all dass ist kein Zufall, sondern sagt sehr viel darüber aus, ob zwei Menschen zueinander passen. Und das sogar, ohne dass sie sich jemals begegnet sein müssen.

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