Monatsarchiv für Oktober 2008

Nur Mut zur Organspende

Donnerstag, den 30. Oktober 2008

Schlagzeile auf dem Titelblatt der Hamburger Morgenpost (online):

Ich warte auf ein neues Herz.
Hamburg: Ohne Organspende kann die kleine Nele nicht weiterleben.

Wie bin ich da als Leser (bin ich nicht, lag nur aus) da jetzt genau involviert? MoPo antwortet:

Haben Sie, lieber Leser, schon einen Organspendeausweis?

Ok. Würde dann die Schlagzeile nicht eher „Viel zu wenig Menschen haben ein Organspendeausweis“ lauten. Und außerdem, wie genau hilft das jetzt der kleinen Nele? MoPo:

Es klingt makaber, aber Neles Schicksal hängt davon ab, dass rechtzeitig irgendwo ein Kind stirbt, und davon, dass dessen Eltern der Organentnahme zustimmen.

Ähm?.. Wozu genau benötige ich dann jetzt einen Organspendeausweis? Sollten gerade Kinder ohne Eltern einen haben? Außerdem verstehe ich den Grund der Schlagzeile immer noch nicht. Denn zwischen den Zeilen liest sich das so:

Warum hilft den keiner und hat ein Herz.. ähm, eins zum verschenken. Also nunja. Wenn er selbst drauf gegangen ist. Also nicht er selbst, sonder besser noch ein Kind in dem Alter. Drücken Sie uns mal die Daumen, dass da irgendwo ein passendes Kind stirbt und die Eltern „yupp“ sagen. Dann wir Nele leben können. Und ist das nicht ein super Gefühl? Hoffentlich sterben auch in Zukunft genügend Kinder.

Ich bin für Organspenden. Aber ich sehe bei dieser Schlagzeile nur das ausschlachten eines traurigen Schicksals. Und weil das mit Kindern immer ans Herz geht, stimmt auch die Quote. Da ist man fast schon erstaunt, dass nicht noch ein Spendenaufruf dranhängt.

Den Eltern drücke ich die Daumen, dass Nele geholfen werden kann. Und den Eltern des Kindes, dass dieses „Glück“ erst ermöglicht, haben mein Mitgefühl. Aber für die MoPo habe ich kein Verständnis.

Es geht dir besser mit Musik

Dienstag, den 28. Oktober 2008

Es ist schon wieder Morgen. Draußen ist es grau in grau. Bei so einem Wetter stieg ein Professor von mir mit folgenden Worten in die Vorlesung ein: „Als ich so nach draußen sah, dachte ich mir: Heute ist ein idealer Tag, um sich aufzuhängen.“. Man schleppt sich also aus dem Bett und beginnt den Tag schlecht gelaunt und unmotiviert.

Wieso sollte einem aber das Wetter den Tag bestimmen? Mach das Radio an, sagt zumindest die Werbung im Radio. Denn mit Musik geht alles leichter. Dumm nur, wenn die Zusammenstellung am Morgen (und vielleicht nicht nur dann), eher scheußlich als schön bunt ist.

Ich fahre seit geraumer Zeit Fahrrad und kann jedem nur empfehlen, seine Musik für den Morgen selbst zu bestimmen. Möchte ich besonders viel schaffen, höre ich irgendwas Schnelles und fahre merklich ein Stück schneller durch die Gegend. Möchte ich mehr Kopfarbeit leisten, dann höre ich was ruhigeres und lasse den Tag entspannt angehen. Wenn ich morgens Heavy Metall hören müsste, würde ich vermutlich recht gereizt in der Gegend rumlaufen.

Hört man nun die Musik, die zur Stimmung passt oder bekommt man die Stimmung, die zur Musik passt? Die Abweichung zwischen Ist und Soll sollte nicht zu groß sein. Aber sonst hindert einen eigentlich niemand daran, den Tag nicht so positiv wie möglich zu beginnen.

p.s.: Autofahren bei „Break On Through (To The Other Side)“ (The Doors) sollte man eigentlich auch nur, wenn es keine Geschwindigkeitsbegrenzung gibt. Sonst ist die schwerlich zu halten.

Nur für richtige Männer, ähm Alte

Mittwoch, den 15. Oktober 2008

Ich lese gern die brand eins. Das ist ein nettes Magazin mit interessanten und oft provokanten Themen. Die Denkansätze sind erfrischend und erweitern oft den eigenen Horizont. Genug der Werbung…. wobei, auf der letzten Seite findet sich folgendes:

Da wirbt die Firma IWC für eine Fliegeruhr mit folgendem Text:

Die Fliegeruhr Handaufzug. Wie das Original von 1936, das Sie nur nicht besitzen, weil Ihre Handgelenke damals noch zu klein waren.

Das ist lustig. Die Frage ist nur: ist das auch Absicht. Haben die wirklich als Zielgruppe Menschen, die jetzt mindestens 72 Jahre alt sind (eigentlich 76, damit man auch ne Chance hatte, sich an so was überhaupt zu erinnern). Ok, die Uhr wurde ja länger vetrieben… vermute ich mal. Aber das kommt bei mir ja nicht an.

Ich gebe zu, dass ich nicht verstehen kann, warum man eine Fliegeruhr haben muss. Die Jahreszahl ist nun auch nicht unbedingt geeignet, positive Assoziationen zu transportieren. Nunja.. sie gefällt mir außerdem auch nicht. Aber das ist ja Geschmackssache.

Die Frage, die sich aber erst langsam hocharbeiten musste, lautet: Wieso brauch man mehr als ein Handgelenk? Oder ging den Textern folgender Dialog im Kopf rum:

Vater: Ne, dein Handgelenk ist noch zu klein für die Uhr, Fritz.
Fritz: Da nehm ich einfach das andere.

.. oh, ich habe was übersehen. Die haben das witzig gemeint. Das was ich für irgendein unnützes Geschnörkel zur Seitenverzierung gehalten habe und was aussieht, wie ne Maus mit nem etwas dickeren Kabel (online und so.. haha), das soll ein Spermium sein. Ich bin mir nicht sicher, warum das so metallisch und grau aussieht. Es erinnert vielleicht auch an so ein Zahnarztgerät, mit so einem spitzen Ende und Handgriff. Aber so wie das dargestellt wurde, sollte man es dazu schreiben. Ich glaube, die Werbung war nicht als Rätsel angelegt.

Bäumchen wechsel Dich in der Bahn

Mittwoch, den 15. Oktober 2008

In Hamburg scheint man nicht wie üblich eine Rechts-Links-Schwäche sondern eine besondere Vorne-Hinten-Schwäche zu entwickeln.

Man ist es ja schon gewohnt, dass sich die Anordnung des Zuges entgegen dem Plan regelmäßig ändert und man diesen kleinen Zwischensprint einlegt, wenn man mag oder wenn der Zug absehbar voll wird (ist heute der Fall). Aber da dachte sich die Bahn was neues aus. Zuerst wurde die Wagenreihungsänderung verkündet und dabei der halbe Zug weggelassen (hatte ich nicht so aufgefasst, „Wagen 21-28 in Abschnitt A-C“ heißt für mich nicht, dass die anderen nicht vorhanden sind). Dann wurde die Wagenreihung vervollständigt und durch die fehlenden Wagen ergänzt (muss also jemand gestört haben). Dann wurde die Reihung für die erste Klasse durchgegeben und gleichzeitig so nebenbei nochmal die Wagenreihung… und siehe da, sie war garnicht verändert.

Irgendwann wird der wütende Mob aus fehlgeleiteten Bahnreisenden dieses kleine Fahrleiterhäuschen auf dem Bahnsteig einfach aufs Gleis schieben, direkt vor den ICE, der in geänderter Wagenreihung das kleine Haus, das Verrückte macht, plattfährt. Dann gehe ich Hoch auf die Aussichtsplattform und schlürfe dazu eine Latte.

Nachtrag:

Im vorderen Zugteil betreut laut Durchsage Frau „Humor“ (vermutlich wird das aber anders geschrieben).

Grusel sucht Opfer

Montag, den 13. Oktober 2008

Ich schaue gerade Bauer sucht Frau. Das ist im Vergleich zum letzten Mal (das ich das gesehen habe) sehr viel abwechslungsreicher. Trotzdem sind manchmal da so Typen dabei, wo man meinen könnte, dass morgens erstmal ne Packung Valium eingeworfen wird. Dann hat sich der Schäfer hingestellt und was gesungen. Wirkte da recht aufgeweckt. Vielleicht ist es einfach nur der Gesichtsausdruck, der einem die Müdigkeit ins Gesicht treibt.

Ich erwarte aber eigentlich noch exotischere Randgruppen bei so einer Kuppelshow. Indianer sucht Färtenleser, Kosmonaut sucht Mond oder e.t. sucht Hause. Ich glaube, da muss man nur warten, bis der gesendete Brei wieder zu dünn geworden ist und man mal ein paar Brocken Sendewahn nachschmeißen muss.


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