Monatsarchiv für October 2007


Kopierschutz

26.10.2007 11:09

Wieso sehen Menschen, die einen Mac besitzen immer auch gleich so aus? Ok. Ich kenne Gegenbeispiele, aber dann ist die Aussage auch nicht halb so provokant.

Jedenfalls sieht man Leuten an, was sie für ein PC-System benutzen. Mac-Nutzer sehen aus wie kleine Steve Jobs oder Agenturazubies. Linux-User sehen immer ein wenig aus wie Freaks. Windows-User immer etwas wie das proletarische Fussvolk unserer Gesellschaft. Es sei denn, sie haben einen Anzug an, dann wirken sie immer wie total wichtige aber überhaupt nicht entspannte Personen. Windows-User ohne Anzug schauen meist Filme oder spielen irgendwelche Spiele. Alle anderen geben vor, irgendwas zu arbeiten.

Aber irgendwie wählt man nicht nur das System aus, mit dem man arbeitet, sondern unterstreicht irgendwie unterschwellig durch das eigene Aussehen die getroffene Wahl. Dabei ist es ja durchaus bekannt, dass man sich z.B. seinen Haustieren (vornehmlich Hunden) oder seinem Auto im Erscheinungsbild anpasst.

Warum? Man begehrt, was man sieht? Oder entspricht das Aussehen der eigenen Einstellung und passt deshalb auch zu den Dingen, mit denen man sich identifiezieren kann? Sind wir damit doch nicht so individuell, wie wir uns das einreden?

Deckt sich eine statistische Auswertung der äußeren Erscheinung mit dem Bauchgefühl? Es wäre verstöhrend und irgendwie witzig, folgenden Dialog zu hören:

– Käufer: Ich würde gern einen Computer kaufen.

– Verkäufer: Dann hätte ich hier einen super Gaming-Laptop.

– Käufer: Ich hätte da eher an einen Mac gedacht.

– Verkäufer: Wir wissen beide, dass sie keinen Mac wollen. Es reicht vollkommen aus, wenn Sie sich einen iPod kaufen. Für ein iPhone sind sie nicht cool genug.

Ich glaube an die Individualität meiner Person. Ich glaube aber auch, dass ich mich durch das übernehmen bestimmter Ideen und Ansichten überhaupt erst entwickeln konnte. Wenn das bedeutet, dass man mir das ansieht, dann muss ich sicher damit Leben. Deshalb stelle ich meine Persönlichkeit unter Creative Commons – Attribution – Noncommercial – Share Alike. Denn das Leben ist kopieren und verbessern.

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Googleismus

23.10.2007 12:13

Google ist der Robin Hood unserer Zeit.

„Oha“ mag man da denken, da hat jemand nicht mitbekommen, das Google eine Datenkrake mit Monopolbestrebungen ist.

Das mag ja sein, aber betrachtet man das Verhältnis von Geben und Nehmen muss man zu dem Schluss kommen, dass Googles Geschäftsgebahren schon eher dem Motto von Robin Hood entspricht: „Nehme den Reichen und gebe den Armen. Nur halt nicht alles und nicht direkt.“.

Wenn ich die letzten Jahre betrachte und darüber nachdenke, wie es heute aussieht, muss man eingestehen, dass es verschiedene Anwendungen von Google gibt, die gerade der Allgemeinheit nützen und unter dem Gesichtspunkt der Entwicklung der Menschheit als positiv zu werten sind.

Als Beispiel nehme ich mal Google Maps. Wenn ich darüber nachdenke, wie ich irgendwo hinkomme, dann nehm ich Maps. Unsere Erde von oben zu erkunden war noch nie so einfach. Ich kann mal einen Ausflug an die deutsch-deutsche Grenze empfehlen. Was man da auf den Satelitenbildern so sieht, ist schon sehr interessant. Und dafür zahle ich kein Geld (und ich gehe davon aus, dass das kein Geschäftsfeld mit schwarzen Zahlen ist).

Wenn das so weiter geht, dann ist die nächste Gesellschaftsform der Googleismus.

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Flüchtiges Lesen

19.10.2007 05:46

Manchmal liest man flüchtig und dann natürlich falsch. z.B. : „40 Jahre Seniorenwitz Quellendorf“. Heißt natürlich Seniorenwohnsitz.

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Selbstdarsteller

16.10.2007 10:37

Es ist wieder passiert. Die Automobilbranche ist innovativ. Während man auf heise.desich über die freie Entfaltung der Kreativität freut…

So zeigen die Entwürfe der „RoboCar 2057 Design Challenge“ einen ganz unverkrampften Zugang zur mobilen Zukunft und kontrastieren wohltuend zur oft bierernsten Auto-Realität.

…fällt mir nur die Visionslosigkeit aller Entwürfe auf.

Genau hinsehend wird man feststellen, dass der Großteil der Entwürfe hervorragend in einen SciFi-Film passen würden. Das ist an sich ja noch nicht schlecht, möge man einwenden. Allerdings ist zu bedenken, dass sich SciFi-Filme ja gerade dadurch auszeichnen, dass die uns bekannte Physik meist vollkommen außer Acht gelassen wird.

Aber Visionen müssen doch über bekannte Grenzen hinausgehen. Richtig. Und da offenbaren die Konzepte und Designstudien ihre Visionslosigkeit: Wenn wir so lustige Antriebsmöglichkeiten wie Nano-Laser-Räder haben (was auch immer das sein soll, hört sich eher nach Bullshit-Bingo an), dann stellt sich doch die Frage, ob wir uns dann überhaupt noch in einer derart archaischen Weise fortbewegen müssen. Müssen wir uns überhaupt fortbewegen? Benutzen wir dann immernoch auf 2 Dimensionen eingeschränkte Verkehrsmittel?

Fragen über Fragen (habe nur einige genannt) die ganz leise auch schon bei den Konzept-Cars der jeweiligen Automessen anklingen. All das führt zu einer einzigen Frage: Kann die Automobilindustrie über den eigenen Schatten springen und das Grundproblem der Mobilität des Menschen über die eigenen körperlichen Fähigkeiten hinaus betrachten, um dann zu den Problemen angepassten Lösungen zu gelangen?

Das wir in ferner Zukunft noch so etwas wie ein Auto mit Rädern haben, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Das wir in naher Zukunft noch so etwas wie ein Auto benutzen können, ist in Anbetracht der verfügbaren Technologien und Resourcen mehr als fraglich. Solche „unverkrampften“ Entwürfe sind da nichts als Augenwischerei.

Visionen glänzen von innen, nicht von außen.

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Insecure by design

15.10.2007 09:23

Wie man auf heise.de lesen kann, kam es wieder vor, dass Windows Update trotz entsprechender Einstellung (nur manuelle Updates) automatisch Updates eingespielt hat. Nachdem Microsoft offenbar davon ausgegangen ist, dass ein Microsoft-fremdes Programm dieses Verhalten provoziert hat.

Inzwischen verdichten sich Hinweise, dass Windows OneCare und/oder das aktuelle Microsoft Office Schuld an dem neuerlichen AU-Problem sein könnten.

Es wird lustiger:

Inzwischen verdichten sich Hinweise, dass Windows OneCare und/oder das aktuelle Microsoft Office Schuld an dem neuerlichen AU-Problem sein könnten.

Es ist schon leicht befremdlich, wenn man das Gefühl hat, dass a) jedes Programm das Updateverhalten beeinflussen kann und b) man bei Microsoft selbst offenbar im Dunklen tappt.

Es ist sicherlich richtig, dass der Anwender oft nicht einschätzen kann, was er da über Windows Update angeboten bekommt. Aber es ist in meinen Augen sinnvoller, ihn drüber zu informieren und ihm die Wahl zu überlassen. Es ist ja nicht so, dass man keine Möglichkeit hat, dem Anwender die Dringlichkeit eines Updates kenntlich zu machen.

Jemand der das installieren von Updates manuell beeinflussen möchte, muss durch dieses Systemverhalten zwangläufig zu dem Schluss kommen, dass er seinen eigenen PC nicht mehr unter Kontrolle hat. Das Vertrauen in das System hängt dann davon ab, wie sehr man der Kontrollinstanz traut.

Daher stellt sich nur eine Frage: Vertraust Du Microsoft?

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