Monatsarchiv für September 2007

Kinder sind dumm

Freitag, den 28. September 2007

Gerade schreit ein Kind neben mir am ZOB „Papi, nimm mich hoch.“. Dabei wird es immer lauter und schreit als ob ihm das Bein abgesägt wird. Außerdem springt es immer auf und ab, wie ich das bereits mehrfach auch bei anderen Kindern beobachten konnte. In anderen Fällen verliert das Kind irgendwann die Beherrschung/Geduld und lässt der Wut freien Lauf, was sich in agressiven Bewegungen entlädt.

Ob richtig oder falsch, der Vater lässt das Kind etwas schreien und reagiert dann mit „wenn Du nicht artig bist, dann gehen wir nicht ins Kino“. Der junge lässt sich davon nicht aufhalten und plärrt weiter. Der Vater sagt darauf „Ok. Kino fällt aus.“

An diesem Punkt reagiert das Kind und sagt „Nein. Doch ins Kino.“ und geht von einer verhandlungsfähigen Strafandrohung aus.

Das ist ein klassisches Verhalten, dass ich immer wieder beobachtet habe. Die Erklärungsversuche, die bisher dafür herhalten mussten, gingen immer in die Richtung einer Grenzauslotung. Dagegen spricht meiner Erfahrung nach die Beobachtung, dass auch bei konsequenter Durchführung der angekündigten Strafe das Kind immer wieder den selben Fehler machte.

Ich bin der Meinung, das die Reife eines Kindes unabhängig vom Alter anhand des Erkennens von kausalen Zusammenhängen und der Einbeziehung derer in die Abwägung des eigenen Verhaltens bestimmt werden kann. Sicherlicht spielt Erziehung dabei eine große Rolle, aber nicht im Sinne einer Maßregelung sondern in Bezug auf das Vorleben und Anwenden einer konsequenten und damit begreifbaren (kausal schlüssigen) Erziehung.

Möglicherweise war das Kind also nicht „dumm“, sondern sich der Konsequenzen nicht bewusst.

Wer satt ist, denkt nicht.

Donnerstag, den 27. September 2007

Ein altes Sprichwort vertritt die Meinung, das die Not die Erfindungsfreudigkeit erhöht. Aber man muss sich nicht immer in Not befinden, um seinen Geist auf unbekannten Pfaden spazieren zu führen.

Es entstehen in letzter Zeit immer neue Dienste und Anwendungen, die mehr oder weniger neu, mehr oder weniger nützlich sind. Einige wenige schaffen es in die Gewinnzone. Man sagt, dass sei nicht vorhersehbar. Ich bin der Meinung, dass dem nicht so ist.

Warum? Eigentlich ist es recht einfach. Man muss nur hinterfragen, ob eine Sache genügend Menschen zum Vorteil gereicht und ob mit dieser Masse ein wirtschaftliches Überleben möglich ist. Wenn etwas „perfekt“ passt, dann wird es ein Riesenerfolg, ein Knaller.

Wie findet man nun zu einer Idee, die ein Erfolg wird? Eigentlich ganz einfach: sich mal selbst fragen, was man sich wünscht. Die guten Ideen sind alle noch da, denn sonst wäre das Leben perfekt. Wer nichts mehr braucht hat Pech.

Google wird schlechter – innovationsfreies Social Bookmarking

Freitag, den 21. September 2007

Social-Bookmarking-Dienste gibt es viele, ich persönlich benutze seit längerem erfolgreich del.icio.us. Nun bin ich von Google einiges gewohnt und die Erwartungshaltung ist vielleicht zu hoch. Bisher hat sich Google vom Wettbewerb allerdings immer dadurch abgehoben, dass die Umsetzung reibungslos funktionierte.

Bei Googles neuen Social-Bookmarking-Dienst "Shared Stuff" bin ich allerdings in zweifacher Hinsicht enttäuscht. Zum einen gab es technische Schwierigkeiten und Unzulänglichkeiten, zum anderen ist die Bedienung nicht so durchdacht, dass man das ganze jemandem empfehlen könnte. Es gibt zwar einen Punkt, der mir gefällt (dass man einen Link per Email verschicken kann), aber dieses Problem hat z.B. del.icio.us nur anders aber nicht schlechter gelöst.

Dabei habe ich fest damit gerechnet, dass Google so etwas anbieten wird. Als Ergebnis ist dann aber eine weitesgehend innovationsfreie Anwendungen herausgekommen – erschreckend, dass sie von Google ist. Dabei ist das Thema noch nicht mal umfassend behandelt worden.

Ich hoffe, das war nur ein Ausrutscher und kein Omen für zukünftige Entwicklungen bei Google.

Softwareentwicklung – nur noch Handwerk, keine Kunst

Donnerstag, den 20. September 2007

Als ich mit Softwareentwicklung angefangen habe, gab es keine IDE oder Compiler. Meine ersten Programme schrieb ich in Basic und danach mit Basic und Maschienencode (toll. Zahlen auswendig lernen).

Irgendwann gab es dann C-Compiler und Programmieren war spannend und abenteuerlich. Mit C++ wurde es dann das erste mal kreativ und Code wurde zur Kunst. Ein Programm konnte man auf verschiedenen Wegen realisieren. Einige meiner Programme waren recht plump und andere waren unglaublich elegant (zumindest erschien es mir damals so).

Seit dieser Zeit ist Programmieren für mich ein Ausdruck von unglaublicher Kreativität. Dabei ging es manchmal um Geschwindigkeit, manchmal darum, wie man mit wenig Code sehr viel erreichen kann, manchmal auch darum, etwas anders als erwartet zu benutzen.

Reale Probleme verlangen oft nach bodenständigen Lösungen. Im Laufe des Lebens wird man immer wieder dazu gezwungen, Programme zu schreiben die Probleme lösen, die nicht besonders spannend oder elegant sind (weil die Probleme zum Teil ja schon Designfehler haben).

Immer wieder wird man mit grundlegenden Anforderungen konfrontiert, die man dann das erste mal selbst lösen muss, obwohl eigentlich alle anderen genau die gleiche Anforderung haben müssten. Besonders durch OpenSource-Projekte wurden viele grundlegenden Probleme gelöst und man findet heut zu fast jedem Problem eine passende Lösung, die man nur noch einbauen muss.

Die letzte Stufe der Entwicklung wird so langsam eingeläutet. Denn nach dem nun alle Bestandteile einer klassischen Businessanwendung vorhanden sind, beschränkt sich die Softwareentwicklung auf das Zusammenstecken und Verkleben. Das ganze nennt man „Business On Demand“ und wird zunehmend als Softwareplattform angeboten. Jetzt ist auch einem vollkommen unkreativer Geist in der Lage, eine klassische Anwendung zusammenzubauen. Das kann man vermutlich sogar bis zur Fließbandarbeit weitertreiben.

Auf der einen Seite ist es ja durchaus beruhigend, wenn wir die Herausforderungen der letzten Jahre endlich gemeistert haben, auf der anderen Seite müsste man sich gerade jetzt damit beschäftigen, über das bestehende hinauszuschauen, um eine der letzten großen Herausforderungen im Bereich Softwareentwicklung zu meistern.

Die letzte große Herausforderung – Was ist das?

Zumindest an dieser Stelle ist die Antwort ungewohnt einfach. Doch besser geht es in Frageform:

  • Wieso muss ich mich daran gewöhnen, wie der PC arbeitet?
  • Wieso funktioniert das Programm nicht, wie ich es erwarten würde?
  • Warum brauch ich unterschiedliche Geräte für unterschiedliche Aufgaben?
  • Warum kann ich meine Daten nicht auf all meinen Geräten bearbeiten?

Softwareentwickler sind keine Nutzer. Aber Softwareentwickler nehmen sich selbst oft als Maßstab. Dass führt zu Produkten, die vermutlich nur „ein“ (im schlimmsten Fall „der“) Softwareentwickler bedienen kann.

Die Möglichkeit, dass der Nutzer die Funktionen, die er braucht beliebig zusammenstellen und vernetzen kann, wird zu viel interessanteren Anwendungen führen, als man sich das heute vielleicht vorstellen mag.

Aber auf alle Fälle sollte es dazu führen, dass das Geräte genau das machen, was ich möchte. Markenzeichen: Funktioniert wie erwartet.

Handy ungeeignet

Mittwoch, den 19. September 2007

Ich habe gerade einen Typen gesehen, der so stark abstehende Ohren hatte, dass er (zumindest wirkte es so auf mich) Schwierigkeiten hatte, den Minilautspecher an sein Ohr zu halten und gleichzeitig ins Micro zu sprechen. Entweder es sieht schlimmer aus, als es ist oder er sollte sich ein Headset kaufen.

Vielleicht funktioniert auch ein „Ich komme dann um 11. Stop.“


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