Monatsarchiv für April 2007

Dinge für die es noch keine Flatrate gibt

Donnerstag, den 19. April 2007

Auch wenn man eigentlich bei einer Flatrate immer draufzahlt, sind Flatrates durchaus üblich. Erstaunlich, dass es für folgende Angebote noch keine Flatrate gibt.

  • Musik – der Mensch kann nur 24 Stunden am Tag Musik hören. Im Gegensatz zu All-You-Can-Eat kann man sich nicht 2 Musikstücke gleichzeitig reinschieben (es sei denn, man steht auf sowas). Davor kommt vermutlich aber erstmal ein Pay-per-Hear Angebot.
  • Rauchen – da bin ich mir jetzt nicht sicher, ob es eine obere Grenze gibt, oder ob das ähnlich endet wie mit der Alkohol-Flatrate in der einen Diskothek.
  • Sex – da kenn ich mich jetzt möglicherweise nicht ausreichend aus. Allerdings gehe ich davon aus, dass ein entsprechendes Angebot aus demhorizontalen Gewerbe ein entsprechendes Medienecho hervorgerufen hätte. Schon der Gedanke einer Monatskarte hat etwas schräges. Vielleicht ist das in Holland aber auch schon Realität.
  • Benzin – ein Leasingangebot mit Benzin inklusive. Die Rechnung ist wie bei jeder anderen Flatrate. Man geht halt davon aus, dass jemand auch irgendwann mal schlafen muss. Wenn man die Einschränkung "Gilt nur in Deutschland" macht, dann wird es auch irgendwann wirklich langweilig. Einmal um die Welt ist damit dann leider nicht drin.

Ich bin offen für weiter Vorschläge. Auch gern per Email an: michael (äd) mosmann.de

 

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Kinder sind die Zukunft – nichts ist echt

Donnerstag, den 19. April 2007

Ein Werbeplakat der ARD

Das Motto lautet: Kinder sind die Zukunft. Auf dem Plakat sind 4 Kinder und 3 Erwachsene. Irgendwas stimmt nicht. Aja, der Herr ganz hinten wurde reinretuschiert (Schatten falsch, andere Lichtsituation, Motivkörnigkeit ist anders (z.B. wirkt die Haut glatter als bei den anderen)).

Wie schafft man es eigentlich bei so einem einfachen Foto nicht alle Beteiligten auf einmal drauf zu bekommen. Es scheint durch die Möglichkeiten heut nicht mehr üblich zu sein, richtige Fotos zu machen.

Wenn ich mir Mühe gebe, erkenne ich 2 von den 3 (vermutlich) Prominenten. Der Herr ganz hinten bleibt mir unbekannt.

Dafür erinnert er micht irgendwie an so ne sprechende Holzpuppe. Muß irgendwie am Lächeln liegen.

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links for 2007-04-18

Mittwoch, den 18. April 2007
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Mein großer Bruder Schäuble: Verfassung 2.0

Mittwoch, den 18. April 2007

Ich musste erschrocken feststellen, dass die irrwitzigen Ideen des Herrn Schäuble noch lange nicht am Ende des Wahnsinns angekommen sind (Stern: Im Zweifel gegen den Angeklagten?).

Wenn Herr Schäuble sagt, er "kann an all den Plänen nichts Schlimmes erkennen", dann liegt das vielleicht daran, dass die Grundwerte und Gedanken des Herrn Schäuble vielleicht dann doch nicht in eine demokratisch orientierte Gesellschaft passen. Möglicherweise sind diese Ideen und Ansichten erst nach großem persönlichen Leid gereift. Dann sollte man aber vielleicht eher an der Bewältigung dieses Traumas arbeiten. Denn die Ansichten, die Herr Schäuble in letzter Zeit äußert sind in meinen Augen voller Angst und Panik vor absolut unscharfen Gefahren. Dass ist nicht mehr gesund, dass ist meiner Meinung nach schon krankhaft.

Ich bin kein Arzt. Meine Einschätzuing basiert nur auf dem gesunden Menschenverstand. Aber wer folgendes behauptet, hat den Kontakt zur Realität verloren:

Die Gewährleistung von Sicherheit für Leib und Leben ist wesentlicher Teil der Aufgabe des Staates. Sie sichert uns eine Freiheit, die wir früher nicht hatten: weltweit zu reisen, zu kommunizieren, Geschäfte zu machen

Ich frage mich ernsthaft, wann für Herrn Schäuble dieses früher war. Es ist schlicht falsch, zu behaupten, dass die innere Sicherheit irgendwelche Auswirkungen auf die Freiheit zu reisen, zu kommunizieren und Geschäfte zu machen hat. Es ist ein beliebtes Totschlagargument, was Herr Schäuble immer wieder gerne anführt.

Schäuble spricht im neuen stern davon, dass der Grundsatz der Unschuldsvermutung im Kampf gegen terroristische Gefahren nicht gelten könne. "Wäre es richtig zu sagen: Lieber lasse ich zehn Anschläge passieren, als dass ich jemanden, der vielleicht keinen Anschlag begehen will, daran zu hindern versuche. Nach meiner Auffassung wäre das falsch."

Nach der Lesart ist es in den Augen von Herrn Schäuble richtig, dass man für das Verhindern von Anschlägen die Unschuldvermutung für jeden außer Kraft setzt, der vielleicht keinen Anschlag begehen möchte. Das sind dann ja im Prinzip alle. Herr Schäuble sagt Ihnen (genau Ihnen) damit ins Gesicht, dass er es für möglich hält, also gerade bei Ihnen ein Gefährdungspotential festellen muss, auch wenn Sie vielleicht garkeine Anschläge verüben möchten.

Nun könnte man ja anführen, das beziehe sich nur auf die Abwehr terroristischer Gefahren. Man sei ja nicht betroffen. Aber was genau ist denn eine terroristische Gefahr? Welches Verhaltensmuster lässt denn auf einen Terroristen schließen? Die Antwort ist einfach: Genau Ihr (ja Sie) Verhaltensmuster ist gerade zu verdächtig. Man müsste annehmen, dass sich in naher Zukunft einen Anschlag verüben möchten, so "normal" verhalten Sie sich.

Wes Geistes Kind Herr Schäuble ist, wird dann schlussendlich in dem folgenden Kommentar offensichtlich.

Der Bundesinnenminister hob hervor, dass er Folter strikt ablehne und sie "auch nicht augenzwinkernd" hinnehme. Wenn jedoch Nachrichtendienste von anderen Diensten Informationen über einen sehr gefährlichen Anschlag erhielten, wäre es "absurd", die Informationen nicht zu nützen, weil "nicht ganz so zuverlässig wie bei uns garantiert ist, dass sie rechtsstaatlich einwandfrei erlangt wurden". Mit einer anderen Haltung, so Schäuble, "würde ich meiner Verantwortung für die Sicherheit der Menschen nicht gerecht."

Foltern ist doof, aber wenn andere das machen, ist das nicht so schlimm.

Ich fordere hiermit den Rücktritt von Herrn Schäuble. Die Gefahr für unsere Freiheit, für unsere Verfassung ist einfach zu groß.

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Der Keks, der nicht schmeckt

Dienstag, den 17. April 2007

Der Mensch ist ein verschlossenes Wesen. Normalerweise. Der Mensch ist allerdings auch reichlich naiv.

So würde wohl niemand auf die Idee kommen, eine Kopie seines Ausweises in jedem Geschäft, das er besucht, zu hinterlassen.

Viele Menschen benutzen Google. Weil die Suchmaschine brauchbare Suchergebnisse liefert. Sonst würden Menschen Google nicht nutzen. Was man üblicherweise vergisst oder verdrängt, ist die Tatsache, das jede Suchanfrage etwas über einen selbst aussagt. Diese Informationen liegen bei Google irgendwo rum. Es ist davon auszugehen, das diese auch irgendwie benutzt werden.

DoubleClick macht ähnliche Sachen mit Werbung. Da entscheidet aber die angezeigte Werbung und ob man drauf klickt. Wer sich jetzt sagt, das er ja nie irgendwo drauf klickt sei verraten, das auf Webseiten zum Thema A auch Werbung zum Thema A angezeigt wird. Und jedes mal, wenn ich diese Werbung sehe, zählt DoubleClick mit.

In der Menschheitsgeschichte gab es immer wieder Phasen der Aufklärung. Oft wird diese Phase dadurch hervorgerufen, weil irgend jemand den Bogen überspannt hat. Möglicherweise dürfen wir Hr. Schäuble danken, das er die aktuelle Phase der Aufklärung (ich glaube, wir befinden uns in einer) für uns eingeläutet hat.

Durch die Übernahme von DoubleClick durch Google könnte es passieren, das der Wiederstand gegen die Erfassung des Nutzerverhaltens in ungewöhnlich hohem Maße steigt. Diese Grundkonstellation hat das Potential, den Online-Werbemarkt in großem Umfang zu verändern. Das kann zum Nachteil der Nutzer aber auch zum Vorteil der Nutzer sein.

Das Microsoft als ein ehemals (vermutlich immernoch) interessierter Käufer kartellrechtliche Bedenken anführt ist mehr als unglaubwürdig, wenn man bedenkt, das Microsoft den Betriebssystemmarkt und den Browsermarkt dominiert. Bislang hätte ich vermutlich bei Google noch ein besseres Gefühl.

Die Zukunft wird es zeigen. Doch bis dahin erst mal schön aufklären lassen. Z.B. über Kekse(Cookies), die man nicht sieht, die nicht richen und nicht schmecken und so viel mehr über einen selbst aussagen, als der persönliche Lebenslauf.

Als Kind hatte man gelernt: Nimm keine Süßigkeiten von Unbekannten.

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